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Artenschwund gefährdet Landwirtschaft

Die Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf den Feldern und in den Ställen nimmt weiterhin stark ab. Immer mehr Nutztierrassen und Nutzpflanzensorten sterben aus. Agrobiodiversität entwickeln!, ein wissenschaftliches Verbundprojekt, das unter der Führung des IÖW (Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung) steht, ging den Ursachen auf den Grund und suchte nach Lösungswegen. Die Ergebnisse sind jetzt in einer Broschüre veröffentlicht worden.

In den letzten 100 Jahren starben 1.000 der ursprünglich 6.400 anerkannten Nutztierrassen aus. Allein 300 davon verschwanden in den vergangenen 30 Jahren. Weitere 2.000 Rassen sind gefährdet. Die Ernährung der Welt basiert heutzutage auf nur noch 10 Kulturpflanzen. Hauptursache laut IÖW für die Verluste ist die weltweite Durchsetzung der modernen Landwirtschaft mit Hochleistungssorten und -rassen. Die damit einhergehende Verringerung der genetischen Vielfalt ist irreversibel. Mit dem Aussterben jeder Rasse und Sorte gehen zudem Potenziale für die zukünftige Züchtungsarbeit verloren. Die Anfälligkeit für Missernten, Schädlinge und Krankheiten nimmt zu, während die Anpassungsfähigkeit an Umweltbedingungen abnimmt.

Laut IÖW könnte die konsequenten Zusammenarbeit von Züchtern, Landwirten, Lebensmittelwirtschaft und Konsumenten Abhilfe schaffen. Eine Steigerung der Nachfrage nach vielfältigen landwirtschaftlichen Produkten könnte helfen. Dazu meint Greenpeace Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting: "Durch die Verringerung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren setzen wir die Ernährungssicherung zukünftiger Generationen aufs Spiel. Auch der Anbau genmanipulierter Pflanzen gefährdet die Biodiversität. Aus diesem Grund setzt sich Greenpeace unter anderem aktiv gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft ein".

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