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Nur Metro will noch Gen-Nahrung

Das Handelsunternehmen Metro Group in Düsseldorf gerät immer stärker unter Druck. Dort bemüht man sich gegenwärtig als einziges deutsches Unternehmen aktiv darum, genmanipulierte Lebensmittel in den deutschen Markt einzuführen. Sogar vor einem Bündnis mit der Gentechnik-Industrie schreckt man dabei nicht zurück.

Damit schwimmt die Metro Group, zu der real- und extra-Märkte sowie die Kaufhofhäuser gehören, voll gegen den Strom. Gerade in dieser Woche hat ein weiterer großer Lebensmittel-Discounter in Deutschland, Lidl, gegenüber Greenpeace schriftlich erklärt, auch im nächsten Jahr keine mit Gentechnik belasteten Waren anzubieten. Nach dieser eindeutigen Stellungnahme steht Metro mit seiner Pro-Gentechnik-Haltung allein auf weiter Flur.

Wir sind sehr erfreut darüber, dass sich Lidl hier so klar auf Seiten der Verbraucher positioniert hat, kommentiert Alexander Hissting, Gentechnik-Experte bei Greenpeace, die Entscheidung des Lebensmittel-Discounter. Gen-Food hat im Regal nichts zu suchen. Für die Sicherheit der Produkte kann nicht garantiert werden.

Dessen ungeachtet überlegt die Metro Group bei den Produkten der Konzern-Eigenmarke TIP nicht auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten. Wir fordern die Metro auf, den Schmusekurs mit der Gen-Industrie jetzt zu beenden, sagt Hissting, und die Gentechnik auch aus seinen TIP-Produkten zu verbannen.

Die erfreuliche Lidl-Enscheidung erhielt Greenpeace im Zuge einer Umfrage, zu der über 450 Unternehmen in Deutschland befragt werden. Greenpeace möchte erfahren, wie die Firmen zu Gentechnik in pflanzlichen und tierischen Lebensmittelzutaten stehen. Besonders interessant ist, wie es die Gentechnik auf indirektem Wege bis auf den Teller der Verbraucher schafft.

Milch, Eier, Fleisch und Wurstwaren können von Tieren stammen, die Gen-Futter zu fressen bekamen. Nach wie vor werden in Deutschland viele Millionen Tonnen Gen-Soja aus Argentinien und den USA an Kühe, Schweine und Legehennen verfüttert. Dagegen ist in der Geflügelmast die gentechnikfreie Fütterung heute schon die Regel. Anfang nächsten Jahres werden die kompletten Ergebnisse der Umfrage der Öffentlichkeit vorgestellt. (mir)

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