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Plakatwerbung gegen Mercedes-Klimaschwein

Da prangt er - der neue GLK-Geländewagen von Mercedes-Benz. Das Werbeplakat am Berliner Bebelplatz ist gewaltige 50 mal 17 Meter groß. Allerdings hat sich in den letzten Stunden etwas verändert. Der GLK trägt rosa Schweineohren und eine Schweineschnauze.

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Aus Protest gegen die klimaschädliche Modellpolitik von Mercedes-Benz haben Greenpeace-Kletterer das XXL-Plakat umdekoriert. Herausgekommen ist statt des Luxuswagens ein Klimaschwein. Greenpeace fordert von Mercedes-Benz, kleinere und leichtere Fahrzeuge zu bauen und konsequent auf Spritspartechnik zu setzen.

Der neue Geländewagen von Mercedes ist ein überdimensionierter Spritfresser und damit ein Klimaschwein auf Rädern, sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace.

Auch für den Erfinder des Autos gilt in Zeiten des Klimawandels, dass solche unzeitgemäßen Fahrzeuge Auslaufmodelle sind. Autokäufer wollen keine Spritschlucker mehr haben. Sie gefährden nicht nur das Klima, sie sind auch eine Bedrohung für die Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie.

Der Verkauf von Luxusautos aus deutscher Produktion ist in den letzten Monaten eingebrochen. Um die Hersteller zu stützen und den Absatz wieder anzukurbeln, will die Bundesregierung zukünftig auch Spritfresser steuerlich entlasten.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat am gestrigen Donnerstag ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Demzufolge würde beispielsweise der GLK, trotz eines Verbrauchs von mehr als zehn Litern auf 100 Kilometern, als umweltfreundlich gelten. Er wäre für zwei Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Im Vergleich mit den anderen großen deutschen Autoherstellern schneidet Mercedes-Benz beim Klimaschutz am schlechtesten ab. Der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Neufahrzeuge lag laut Kraftfahrtbundesamt 2007 bei 184 Gramm pro Kilometer.

Der europäische Automobilherstellerverband ACEA hat 1998 mit der EU-Kommission eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet. Die Hersteller sicherten zu, dass ihre Neufahrzeuge ab 2008 nur noch durchschnittlich 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen würden. Im Vergleichsjahr 1995 waren es 187 g/km.

Das heißt, bei Mercedes hat sich seitdem nichts bewegt. Nur vier der 250 aktuellen Mercedes-Modelle (ohne Smart) liegen unter dem Wert der Selbstverpflichtung. Die bei Mercedes unter dem Namen BlueEfficiency vermarkteten Maßnahmen zum Spritsparen gibt es nur für einige ausgewählte Modelle und häufig nur gegen Aufpreis.

Mercedes-Benz muss den Verbrauch seiner Autos jetzt schnell und konsequent senken, so Specowius. Das funktioniert nur, wenn bei allen Modellen das Gewicht der Fahrzeuge reduziert und die Übermotorisierung beendet wird.

Der neue GLK wiegt bis zu 1,8 Tonnen, verbraucht bei sparsamster Fahrweise mindestens 10,6 Liter, hat 272 PS und einen CO2-Ausstoß von 245 Gramm CO2 pro Kilometer. Mercedes hat den neuen Geländewagen am 18. Oktober 2008 offiziell vorgestellt.

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