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Öl statt Umweltschutz?

Während in Bonn die UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt tagt, streiten sich die Anrainerstaaten der Arktis seit Dienstag um die Verteilung möglicher Rohstoffvorkommen. Dänemark hat die USA, Kanada, Russland und Norwegen zur Arctic Ocean Conference geladen.

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Wem steht welches Gebiet des Nordpols zu? Vor allem um diese Frage wird es bei dem dreitägigen Treffen gehen. Eine konkrete Aufteilung ist noch nicht vorgesehen. Vielmehr soll geregelt werden, nach welchen Kriterien der Pol verteilt wird.

Alle Anrainerstaaten erheben Ansprüche auf das Territorium. Und das aus einem bestimmten Grund: Unter den Eismassen werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Jahrhundertelang waren die Rohstoffe nicht erreichbar. Doch jetzt schmilzt der Pol und die Rohstoffe kommen über kurz oder lang in erreichbare Nähe.

Eigentlich wird die Zugehörigkeit von Meeresgebieten über die UN-Seerechtskonvention geregelt. Hier wird klar gestellt, wie Staaten ihr Recht auf bestimmte Gebiete geltend machen können. Dabei kommt es darauf an, ob der Meeresboden mit dem jeweils eigenen Festland verbunden ist. Nur das Gebiet innerhalb der 200 Seemeilen zählenden Hoheitsgewässer gehören automatisch dem jeweiligen Küstenstaat.

Was für die Förderung von Rohstoffen positiv ist, kann für die Umwelt verheerende Folgen haben. Das Schmelzen des arktischen Eises wird sich immens auf den Lebensraum Arktis auswirken.

Neben den natürlichen Folgen der Erwärmung greift der Mensch immer stärker in das Ökosystem ein. Eisfreie Sommer ermöglichen einen erweiterten Schiffsverkehr. Außerdem kann es bei der Förderung und dem Transport von Öl und Gas zu Unfällen kommen. Auch um diese Problematik soll es bei der Konferenz gehen.

Sieht man sich jedoch den Raubbau in den Urwäldern an, scheint die Zukunft der Arktis - bildlich gesprochen - nicht in strahlendes Weiß gehüllt. Die Anrainerstaaten des Nordpols sollten dem Bespiel des Antarktis-Abkommens folgen. Der Umweltschutz darf nicht hinter wirtschaftlichen Interessen zurück bleiben. Die logische Konsequenz ist, einen Weltpark Arktis zu errichten, fordert Greenpeace-Experte Jörg Feddern.

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