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Greenpeace protestiert gegen Tony Blairs Umweltpolitik

Mit Kohle gegen Kohle

Greenpeace-Aktivisten haben am Montag mehrere Tonnen Kohle vor den Amtssitz des britischen Premierministers Tony Blair gekippt. An dem Lastwagen hing ein Banner mit der Aufschrift Blair - Klimaversager. Mit der Aktion will Greenpeace den Premierminister an sein Versprechen erinnern, den Klimawandel zu bekämpfen und sich für das Kyoto-Protokoll stark zu machen.

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Stephen Tindale, Geschäftsführer von Greenpeace England und ehemaliger Umweltberater bei der Labour-Partei, wirft Tony Blair und der Regierung Versagen vor: Sie haben uns erzählt, dass die Dinge nur besser werden können, aber Blair verbrennt mehr Kohle denn je, unsere CO2-Emissionen sind gestiegen. Blair ist bereit, seine eigenen Klimaerwärmungs-Ziele zu verfehlen und nun sieht es so aus, als würde er versuchen das Kyoto-Protokoll außer Gefecht zu setzen.

Greenpeace hat am Montag ein Dossier veröffentlicht, in dem Blairs Versäumnisse in Bezug auf die Umweltpolitik aufgelistet werden, darunter die Subventionen für Kohle. Die Briten verbrennen heute 7,5 Prozent mehr Kohle als vor acht Jahren, einfach weil es billiger ist als Gas. Blair erklärte 1997, er wolle die Kohlenstoff-Emissionen bis 2010 um 20 Prozent senken - tatsächlich aber sind sie seitdem um knapp drei Prozent gestiegen.

Der Klimawandel tötet bereits 150.000 Menschen pro Jahr, hunderte Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht und ganze Inselstaaten könnten überflutet werden. Wir stehen vor einer Klimakatastrophe, aber Blair rudert zurück. Er muss handeln, und zwar jetzt, fordert Tindale. Er könnte Emissionen vermindern, indem er weniger Kohle verbrennt, sich hinter Erneuerbare Energien stellt, Expansionspläne von Flughäfen fallen lässt, dafür sorgt, dass Autos weniger Benzin verbrauchen und Englands Gebäude energieeffizienter gestaltet werden. (Autorin: Nadine Behrens)

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