Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Millionen-Subvention für Klage gegen Greenpeace

36,4 Millionen Dollar Subventionen versprach die australische Regierung der Schieferölfirma Southern Pacific Petroleum (SPP). Eine Auflage: SPP sollte Greenpeace verklagen. Das geht aus einer internen Regierungs-E-Mail hervor, die Greenpeace jetzt über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhielt.

Die E-Mail wurde geschrieben von einer Sachbearbeiterin für Treibstoffe und Raffinierung im Ministerium für Industrie, Tourismus und Ressourcen. Anlässlich der Anfrage von SPP auf Verlängerung der Subvention klärte sie einen Kollegen darüber auf, dass diese ursprünglich unter der Bedingung vergeben worden war, dass SPP Greenpeace verklage.

Gareth Walton von Greenpeace Australien sieht darin einen Versuch, Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen. Das scheint ein Fall von gegenseitigem Händewaschen. Die Regierung wollte uns offenbar zum Schweigen bringen und Southern Pacific Petroleum brauchte das Geld.

Greenpeace hat das Schieferölprojekt über Jahre kritisiert und den Bau, Test und Produktion des Projekts immer wieder verzögert, für dass sich besonders die Regierung unter Premierminister John Howard eingesetzt hat. Schieferöl erzeugt von allen fossilen Energieträgern die meisten Treibhausgase und ist auch bei der Förderung extrem umweltschädlich. Inzwischen ist SPP bankrott, nachdem sich kein Käufer für das Öl fand.

Es ist schon beschämend, dass die Regierung überhaupt Gelder für die Förderung von Schieferöl bereitgestellt hat, sagt Walton. Aber es unter der Auflage zu tun, dass die Firma gerichtlich gegen Greenpeace oder irgendeine andere Umweltorganisation vorgeht, ist einfach eine Schande.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Der teure Preis des Billigfleischs

Wer Fleisch konsumiert, zahlt nur einen Bruchteil der wahren Kosten. Die Marktpreise zeigen die externen Kosten nicht an - zu Lasten von Umwelt und Klima. Die Studie vergleicht die wahren Kosten von Schweine und Rindfleisch aus Deutschland und dem Mercosur

Mehr zum Thema

Leitentscheidung Kontra geben

Heute endet das Beteiligungsverfahren zum Entwurf einer neuen Leitentscheidung für das Rheinische Braunkohlerevier. Die Greenpeace-Stellungnahme zum Nachlesen.

672 Milliarden Euro - Wofür?

Diesen Monat stimmt das Europäische Parlament über das Corona-Hilfsprogramm der Europäischen Union ab. Mit Pech profitieren davon die Falschen.

Mut gegen Klimawahnsinn

Vier Aktivist*innen haben eine Ölplattform besetzt. Sie fordern, jede weitere Ausbeutung von Öl und Gas sofort zu stoppen. Offshore-Wind statt Öl ist ihre Devise gegen Klimakrise.