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Auch zwölf deutsche Umweltschützer protestieren in Kanada

Klima schützen - Ölsandabbau stoppen

In der Ölsand-Mine von Kanadas größtem Energieunternehmen Suncor standen über Stunden die Bänder still. Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, Frankreich, Brasilien und Kanada ketteten sich an ein zentrales Transportband, das die Ölsand-Mine mit einer Weiterverarbeitungsanlage verbindet. Damit machten sie auf die extrem klimaschädlichen und globalen Auswirkungen des Ölsand-Abbaus in der Provinz Alberta aufmerksam.

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Global denken - lokal handeln! Bei kaum einem anderen Umweltthema trifft dieses Motto so zu, wie beim Ölsand-Abbau. Allein Suncor Canada erzeugt bei der Gewinnung von Öl aus Ölsand jedes Jahr neun Millionen Tonnen Treibhausgase. Das ist so viel, wie der Staat Bolivien jährlich in die Atmosphäre bläst. Und in den Nadelwaldböden, die Kanadas große Energieunternehmen in der Zukunft für den Ölsandabbau ausbeuten wollen, sind noch etwa 8,73 Milliarden Tonnen CO2 gespeichert. Die Menschen in Alberta leiden zusätzlich unter der Waldzerstörung sowie den giftigen Abwässern und den dadurch hervorgerufenen schweren gesundheitlichen Folgen für die in der Nähe lebenden Menschen.

Mit der heutigen Aktion fordern wir die Staats- und Regierungschefs der Industrienationen auf, endlich eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz einzunehmen und den Abbau der Ölsande weltweit zu stoppen, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. Durch den Abbau der Ölsande in Kanada geschieht ein weltweit wirkendes Klimaverbrechen, an dessen Auswirkungen jetzige und künftige Generationen leiden werden.

Der Abbau von Ölsand ist äußerst energieintensiv und setzt dreimal so viel schädliche Klimagase frei wie die konventionelle Ölförderung. Kanada ist nach Saudi-Arabien das Land mit den größten bekannten Ölreserven der Welt. Alle großen Erdölkonzerne der Welt investieren bereits jetzt in die Ölgewinnung in Westkanada. Aufgrund der zur Neige gehenden Ölquellen befürchtet Greenpeace, dass diese Entwicklung in Zukunft noch verstärkt wird.

Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und der Klima- und Umweltzerstörung nicht tatenlos zuzusehen. Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, kann Ölsand-Abbau nirgendwo gestatten, sagt Christoph von Lieven weiter. Bereits vor zwei Wochen hatten Greenpeace-Aktivisten mit einer spektakulären Aktion den Ölsand-Abbau in einem Bergbaubetrieb des Erdölkonzerns Shell-Albion unterbrochen, um so auf die Umweltkatastrophe, die das Herauslösen des sandgebundenen Öls hervorruft, aufmerksam zu machen.

Im Dezember diesen Jahres hat die Welt die historische Chance, durch ehrgeizige und verpflichtende Klimaschutzziele die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen werden die Staats- und Regierungschefs zeigen, ob und inwieweit sie bereit sind, das Klima zu retten und die Zukunft des Planeten zu sichern.

Publikationen

Information: Ölsandabbau

Bislang wird Ölsand vor allem in Kanada abgebaut. Doch das ist eine äußerst dreckige und umweltgefährdende Angelegenheit und muss daher dringend gestoppt werden.
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