Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Besuch bei Esso in Texas

Die Firmenzentrale des Esso-Konzerns (ExxonMobil) im texanischen Irving ist am frühen Dienstagmorgen von der Greenpeace Global Warming Crimes Unit (Greenpeace-Klimaverbrechenseinheit) besucht worden. Einige der Aktivisten gingen in das Gebäude, um eine Liste mit Anklagepunkten gegen den Konzern vorzulegen. Dieser Schritt erfolgte einen Tag vor der internationalen Jahreshauptversammlung des Unternehmens.

Die Eingänge wurden von rund 15 Aktivisten gesichert. Zwei Kleinbusse, wie sie oft auch von der Polizei benutzt werden, parkten vor dem Haupteingang, der von Angestellten und Managern der Firma genutzt wird. Mehr als 30 Mitglieder der Klimaverbrechenseinheit betraten das Gebäude, das für seine Sicherheit berühmt ist. Einige Aktivisten in Tigerkostümen schafften es sogar aufs Dach. Dort entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift: Ort eines globalen Klimaverbrechens. Im Laufe der Aktion kam es zu Übergriffen auf die friedlichen Umweltschützer. Ein Aktivist musste nach der Attacke eines Polizisten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

James Moore von der Klimaverbrechenseinheit sagte: Hier befinden wir uns an der Stelle, wo ExxonMobil seine Entwürfe entwickelt, um alle bedeutsamen Fortschritte bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung zu sabotieren. Innerhalb dieser Mauern müht sich die Geschäftsführung von ExxonMobil, business as usual zu betreiben. Und ignoriert dabei die Katastrophe der Erderwärmung, die Millionen von Menschen direkt betrifft.

Obwohl bereits 109 Nationen das Kyoto-Protokoll zur Bekämpfung des Klimawandels unterzeichnet haben, sagt Moore, tut ExxonMobil alles was in seiner Macht steht, damit die USA im Abseits bleiben. Wir werden erst wieder gehen, wenn der Konzern zu erkennen gibt, dass er die internationalen Anstrengungen gegen die Erderwärmung nicht länger sabotieren wird.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Schmutzig gemacht

Die Machenschaften des tschechischen Finanzinvestors EPH holen den Vattenfall-Konzern in seinem Heimatland Schweden ein: Dem Energieversorger hängt dort eine „Braunkohleaffäre“ an.

Versprechen in Rauch aufgelöst

In Indonesien brennen die Wälder. Große Konsumgüterhersteller wie Unilever und Nestlé beziehen Palmöl von an den Feuern beteiligten Erzeugern, zeigt ein neuer Greenpeace-Report.

Teilerfolg in der Klimaklage

Verwaltungsgericht weist die Greenpeace-Klimaklage ab, hält aber Klimaklagen grundsätzlich für zulässig. Klägerinnen und Kläger werten das Urteil als Teilerfolg.