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Wir sind die Welt

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Das Zitat des Schriftstellers Franz Kafka macht sich jetzt eine Unesco-Projektschule zum Motto. Mit ihrem Aktionstag Wir sind die Welt engagiert sich die Mittelschule gegen den Klimawandel. Enttäuscht von den Ergebnissen der Klimakonferenz in Kopenhagen geht die Schule nun ihren eigenen Weg in Richtung Klimarettung.

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Wir, die Schüler der Unesco-Projektschule am Burgteich in Zittau, wollen uns nicht zufrieden geben mit den schwammigen Formulierungen von Kopenhagen!, heißt es auf der Homepage der Schule. Die Schüler wollen auch in Zukunft ein gesundes und lebenswertes Leben führen können und widmen daher den Unesco-Projekttag dem Thema Klimawandel.

In einem Interview mit der Greenpeace-Online-Redaktion erklärt ein Lehrer der Unesco-Schule, Olaf Barth, worum es bei dem Aktionstag gegen den Klimawandel geht.

Online-Redaktion: Wie kann man sich einen solchen Aktionstag vorstellen?

Barth: Der Aktionstag beginnt mit einem Zusammenschnitt des Films Eine Unbequeme Wahrheit von Al Gore. Damit werden Diskussionen, Workshops und Vorträge zum Thema eingeläutet. Wir haben außerdem Politiker verschiedener Parteien zu einer Fragestunde eingeladen. Hier können die Schüler ihnen Fragen rund um das Thema Klimawandel stellen.

Online-Redaktion: Welche Parteien werden auf Ihrem Aktionstag vertreten sein?

Barth: Vertreter der Parteien CDU, SPD und der Grünen haben zugesagt, sich den Fragen unserer Schüler zu stellen. Ein Klima-Experte von Greenpeace wird auch vor Ort sein, um wissenschaftliche Fragen zu beantworten.

Online-Redaktion: Neben der Diskussionsrunde, wie werden die Schüler aktiv?

Barth: Die Schüler recherchieren im Voraus, welche Folgen die Erderwärmung für uns alle hat. Sie entwerfen Plakate und Flugblätter, worauf sie ihre Ergebnisse festhalten. Dieses Material wird am Aktionstag in Supermärkten und auf dem Marktplatz in Zittau ausgelegt und aufgehängt. Außerdem entwerfen sie Petitionen an das Europaparlament und den Bundestag. Mit den Unterschriften der Schüler geht die Bitte an die Politiker heraus, sich endlich mehr für eine Klimarettung einzusetzen.

Online-Redaktion: Was hat Sie besonders geärgert an dem Kopenhagen-Gipfel?

Barth: Dass die Politiker immer nur reden. Es ist ja nichts herausgekommen bei dem Treffen. Im Gegenteil, es wurden eher Rückschritte gemacht. Wir wollen unseren Schülern vermitteln, dass man selbst etwas tun kann und sich nicht nur auf die Politik verlassen darf.

Online-Redaktion: Was erhoffen Sie sich von diesem Tag?

Barth: Wir wollen die Medien auf unser Projekt aufmerksam machen. Es soll andere anspornen, auch selbst etwas zu tun. Weitere Partnerschulen der Unesco, zum Beispiel in Tschechien, haben uns bereits mitgeteilt, dass sie ähnliche Aktionen zu diesem Thema an diesem Tag vorbereiten.

Online-Redaktion: Wie lautet Ihre Forderung an andere Schüler und Einrichtungen?

Barth: Alle Schülerinnen und Schüler aller Schulen und dieser Welt, macht auch mit, am 26.4.2010! Engagiert euch mit uns gegen den Klimawandel und gegen das Versagen der Politik beim Kopenhagen-Gipfel! Denn, wir sind die Welt!

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