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Greenpeace-Jugendliche demonstrieren in Bonn

Unser Klima - unsere Zukunft!

Für mehr Klimaschutz demonstrierten zu Beginn der UN-Klimaverhandlungen am Pfingstmontag über 100 Jugendliche aus ganz Deutschland. Mit Bannern zogen sie vor das Konferenzgebäude. Verkleidet als Wüstenbewohner und schwitzende Pinguine, als bedrohte Tiger, Orang-Utans oder Eisbären warnten sie vor den Folgen des Klimawandels. In Bonn wird in den kommenden Tagen erstmalig über den Text des künftigen Klima-Abkommens verhandelt, das im Dezember in Kopenhagen verabschiedet werden soll.

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Als Aufforderung an die Delegierten, keine Zeit mehr zu verlieren, stellten die Greenpeace-Jugendlichen ein Banner mit einer überdimensional großen gemalten Sanduhr vor den Eingang. In der Uhr zerrinnt die Erde. Uns zerrinnt die Zeit. Die Verhandlungen stecken in einer Sackgasse. Wir brauchen jetzt in Bonn den politischen Willen, einen Schritt vorwärts zu kommen und den Klimaschutz wieder in Gang zu bringen, beschreibt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid die aktuelle Lage.

Das zentrale Problem: Die Industrienationen wollen kein Geld für den globalen Klimaschutz zahlen. Doch die Entwicklungsländer sehen Finanzhilfen als Voraussetzung, um weiter zu verhandeln. Das ist kein Almosen, sondern die Begleichung der historischen Klimaschuld, die mit der Industrialisierung begann, erklärt Smid. Denn die Entwicklungsländer sind am stärksten betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels, wie Wüstenbildung, Überschwemmungen und Dürren, können aber für die Kosten nicht alleine aufkommen.

Deshalb müssen die reichen Industrienationen jährlich mindestens 110 Milliarden Euro für den internationalen Klimaschutz bereitstellen. Auf Deutschland entfällt ein Anteil von sieben Milliarden Euro pro Jahr.

Mit dem Geld müssen die Entwicklungsländer schrittweise mit Maßnahmen zum Klimaschutz beginnen, um bis zum Jahr 2020 ihren Ausstoß an Treibhausgasen um 15 bis 30 Prozent gegenüber der Prognose zu verringern. Das Geld muss auch für den Schutz der Urwälder eingesetzt werden. Urwälder speichern Kohlenstoff. Werden sie weiterhin abgeholzt, wird CO2 freigesetzt. Bis 2015 müssen daher die einzigartigen Urwälder im Amazonas, im Kongo-Becken, in Indonesien und Papa-Neuguinea unter Schutz gestellt werden. Kein einziger Baum darf dort mehr gefällt werden.

Zudem fordert Smid konsequente Schritte, um einen sich selbst verstärkenden Klimawandel zu verhindern, der unvorhersehbar katastrophale Folgen hätte: Der Höhepunkt des Ausstoßes von Treibhausgasen muss spätestens im Jahr 2015 erreicht sein. Danach muss der Ausstoß bis zur Mitte des Jahrhunderts auf Nahe Null gesenkt werden. Für die Industrieländer bedeutet das: Sie müssen ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent verringern.

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