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UN-Klimaverhandlungen in Bonn: Industrieländer müssen jetzt Verantwortung zeigen

In Bonn haben die UN-Klimaverhandlungen begonnen. Sie bilden den Startschuss für eine Reihe von Vorbereitungstreffen für die internationale Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Dort soll das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zur Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen beschlossen werden. Greenpeace fordert von den Industriestaaten, konsequent die Führungsrolle zu übernehmen.

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Greenpeace-Aktivisten warnten zum Konferenzbeginn davor, die Klimaverhandlungen zu verschleppen. Mit einem zwei Meter großen Ballon, der als brennende Erdkugel bemalt ist, und dem Banner Wäre die Welt eine Bank, hättet Ihr sie längst gerettet, verliehen sie ihrer Forderung vor dem Tagungsgebäude der 2000 Teilnehmer aus 180 Ländern Nachdruck.

Denn die Weichen für die Verabschiedung wirksamer Klimaschutzziele werden jetzt gestellt: Der Countdown beginnt. Die Regierungen müssen jetzt aus ihren Startlöchern kommen, fordert Greenpeace Klima-Experte Karsten Smid. Ohne die engagierte Führung der Industriestaaten drohe die Klimakonferenz in Kopenhagen zu scheitern.

Bislang stocken die Verhandlungen. Und es gab kaum Anstrengungen, sie wieder in Gang zu bringen. Selbst die so genannte Klimakanzlerin Angela Merkel bremst inzwischen. Zum Beispiel, indem sie in der EU für die Automobilindustrie höhere CO2-Werte durchsetzt, erklärt Smid.

Greenpeace fordert konsequente Schritte in verschiedenen Bereichen, um zu verhindern, dass der Klimawandel sich selbst verstärkt. Ab dem Jahr 2015 muss bis 2050 der weltweite CO2-Ausstoß kontinuierlich bis auf nahe Null gesenkt werden. Die Gruppe der Industrieländer muss ihre Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 verringern. Auch Entwicklungsländer müssen schrittweise mit Maßnahmen zum Klimaschutz beginnen, um den erwarteten Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 15 bis 30 Prozent zu verringern.

Das Abholzen der letzten Urwälder trägt maßgeblich zum Klimawandel bei, denn dadurch werden riesige Mengen des Treibhausgases CO2 frei. Um die Vernichtung der Urwälder im Amazonas, im Kongo-Becken, in Indonesien und Papua-Neuguinea bis zum Jahr 2015 zu stoppen, müssen sich die Industrieländer an der Finanzierung beteiligen. Konkret müssten sie nach Greenpeace-Berechnungen jährlich 30 Milliarden Euro aufbringen.

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