Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Sonntag in Prag, Montag am Bosporus

Die Mahnung hing 64 Meter hoch über dem Bosporus: Rettet das Klima für den Frieden (Save the climate for peace) - eine Botschaft an US-Präsident Barack Obama, der am heutigen Montag die Türkei besucht. Greenpeace-Aktivisten hatten das Banner morgens an der Bosporus-Brücke entrollt.

  • /

Frieden im Nahen Osten kann es nur geben, wenn die Staaten der Welt jetzt ernsthaft in den Klimaschutz investieren. Davon sind nicht nur die türkischen Greenpeace-Kollegen überzeugt. Zu den Hauptgründen für die Instabilität der Region gehören Konflikte um Öl. Ein weiterer Grund ist Wasserknappheit. Sie führt schon jetzt zu Spannungen zwischen Israel, Jordanien, Palästina, Syrien und Libanon. Ölverbrennung und Wasserknappheit - zwei Dinge, die zusammengehören. Die eine heizt den Klimawandel an, die andere folgt daraus. Zusammen könnten sie einen tödlichen Tribut fordern.

Dass Krieg um Wasser kein Hirngespinst ist, bekräftigt auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im UN-Wasserreport Wasser in einer Welt im Wandel: Allzu oft suchen wir nach Wasser und finden stattdessen Gewehre ... In einer labilen Region wie dem Nahen Osten ist diese Gefahr besonders groß.

Wenn wir einen dauerhaften Frieden in der Region wollen, müssen wir dieses Jahr unbedingt für den Klimaschutz nutzen. Präsident Obama kann und muss darin die Führung übernehmen, so Korol Diker, Klima- und Energieexperte im Mittelmeerbüro von Greenpeace. 2009 sei entscheidend und der UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen die Deadline.

Auch in der tschechischen Hauptstadt Prag hatten Greenpeace-Aktivisten den Besuch des US-Präsidenten genutzt. Sie entrollten am Sonntag ein riesiges Banner an einer Brücke gegenüber dem Tagungsgebäude: Bail out the climate (Helft dem Klima aus der Klemme). Während Barack Obama vor tausenden Menschen sprach, forderte Greenpeace ihn mit einem weiteren Banner auf, beim Klimaschutz in Führung zu gehen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.