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Schwere Luxuskarossen erhalten CO2-Bonus

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen neue Fahrzeuge ab 2012 durchschnittlich nur noch 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Derzeit liegt der Durchschnitt bei 160 Gramm, in Deutschland sogar bei über 170 Gramm. Ein echter Fortschritt also? Nein, sagt Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei Greenpeace. Völlig am Kern des Problems vorbei.

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Für die EU sei die Klimakonferenz von Bali offensichtlich schon wieder Schnee von gestern, meint Lohbeck. Mit dem Vorschlag der Kommission werde der Klimaschutz im Verkehrssektor um Jahre aufgeschoben.

Der vorgeschlagene durchschnittliche Grenzwert von 120 Gramm ist der Mittelwert für sämtliche neu zugelassenen Autos in der EU. Da aber die zulässigen CO2-Emissionen nach Gewicht gestaffelt sind, dürfen schwerere Autos erheblich mehr CO2 herausblasen. Durch sehr moderate Bußgelder können die Hersteller sich darüberhinaus freikaufen.

Lohbeck: Ein System von Mittelwerten, weichen Sanktionen und der Möglichkeit sich freizukaufen, ist im Ansatz verkehrt. Damit wird der Trend zu schwereren, klimaschädlichen Fahrzeugen zementiert. Vor allem die deutschen Autohersteller haben darauf gedrängt und damit ihren Ruf als Klimakiller bestätigt.

Für einen wirksamen Klimaschutz müssen die Grenzwerte völlig anders bestimmt werden. Nach Lohbecks Ansicht reicht es auch nicht aus, nur einen Mittelwert für die allernächste Zukunft festzulegen. Was wir brauchen, ist eine Perspektive darüber hinaus, etwa für 2020. Bis dahin muss ein Grenzwert von 80 Gramm CO2 erreicht werden. Und der muss jetzt festgelegt werden, damit die Hersteller ihre Fahrzeuge rechtzeitig anpassen.

Zudem muss die Nutzgröße eines Autos, nicht sein Gewicht, die Basis für den CO2-Grenzwert sein, denn Gewicht darf nicht belohnt werden. Wenn Deutschland international als engagierter Klimaschützer gelten will, dann muss die Regierung ihren Widerstand gegen wirksame Grenzwerte aufgeben.

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