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Schröder schwächt deutsche Vorreiterrolle

Die Staatschefs der EU haben den Klimagipfel in Brüssel für ein Signal genutzt: Die Klimaerwärmung soll unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit gehalten werden. Bis 2020 sollen die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 30 Prozent reduzieren.

Mahi Sideridou von Greenpeace nannte das Ergebnis einen guten ersten Schritt und eine Grundsatzentscheidung zum Schutz von Menschen, Natur und Ökonomie. Die Politiker hätten auf die Wissenschaft gehört.

Große Enttäuschung allerdings hinterlässt das Auftreten der bisherigen Klima-Champions Deutschland und Österreich. Sie blockierten erfolgreich das Festsetzen längerfristiger Klimaschutzziele bis 2050. Die Erkenntnis, dass bis 2050 erhebliche weitere Reduzierungen folgen müssen, konnten die beiden Kanzler Schröder und Schüssel allerdings nicht verhindern. Noch ist dieser Kampf also nicht verloren.

Die EU muss das Ergebnis des Klimagipfels als Auftrag betrachten, jetzt die nächsten strategischen Schritte für den Klimaschutz nach 2012 festzulegen. Das Ziel einer 30-prozentigen Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2020 muss rechtlich verbindlich festgesetzt werden, so Sideridou. Bis 2050 müssen die Emissionen um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 verringert werden.

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