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Russische Regierung billigt Kyoto-Protokoll

Die russische Regierung hat am Donnerstag ihre Zustimmung zum Vertrag von Kyoto gegeben. Nun muss das russische Parlament den Vertrag zum Schutz des Klimas noch ratifizieren. Dann könnte das Vertragswerk von 1997 endlich in Kraft treten.

Die Verhandlungen über das Kyoto-Protokoll sind heute aus einem mehrjährigen Tiefschlaf erwacht, kommentiert Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid die Entscheidung des russischen Kabinetts. Wirklich aufatmen kann man aber erst, wenn das Klimaabkommen auch den letzten Schritt durch die Duma passiert hat und Putin das Protokoll unterzeichnet. Die Ratifizierung Russlands bringt den dringend notwendigen Schwung für die nächste Runde der internationalen Klimaverhandlungen im Dezember in Buenos Aires.

In den vergangenen Jahren hat Russland immer wieder unterschiedliche Signale hinsichtlich seiner Haltung zum Kyoto-Protokoll abgegeben. Von Gegnern des Vertrags innerhalb der russischen Regierung wurde vorgebracht, dass Russland enorme wirtschaftliche Einbußen durch die Unterzeichnung erleiden würde. Befürworter entgegneten, dass allein der Verkauf von Emissionsrechten dem Land 20 Milliarden Dollar einbringen könne.

Seit die USA, die allein bereits für 20 Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich sind, sich aus dem Kyoto-Prozess zurückgezogen haben, hat Russland eine Schlüsselrolle im Klimaschutz. Das Kyoto-Protokoll kann erst in Kraft treten wenn es von mindestens 55 Ländern ratifiziert wurde, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verursachen.

Das Kyoto-Protokoll wurde inzwischen von 124 Ländern ratifiziert. Mit der Unterzeichnung durch Russland würde auch die 55-Prozent-Schwelle bei den Emissionen überschritten. 90 Tage nach Einreichen der Ratifizierungsurkunde bei den Vereinten Nationen würde das Protokoll internationales Recht - ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz. Die Industriestaaten müssen dann bis 2012 ihre Emissionen gegenüber 1990 um 5% senken.

Um die globale Erwärmung zu bremsen sind jedoch noch weit radikalere Einschnitte bei den Emissionen nötig, sagt Smid. Dazu müssen wir weltweit von fossilen Energieträgern auf regenerative umsteigen. Nur Sonne, Wind und Wasser sind sicher und nahezu unbegrenzt verfügbar.

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