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Ratifiziert Russland das Kyoto-Protokoll?

Russland wird das Kyoto-Protokoll in seiner jetzigen Form nicht unterzeichnen. Das behauptet zumindest Andrej Illarionow, Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten. Denn das würde zu einer Erhöhung der Gaspreise führen und damit die Konkurrenzfähigkeit der russischen Wirtschaft herabsetzen. Russland könne nicht so weit gehen, das Tempo des eigenen Wirtschaftswachstums zu beschränken.

Offensichtlich gibt es in Russland zwei gegensätzliche Interessen: Gasfirmen wie Gazprom sind überzeugt, dass eine Ratifikation des Kyoto-Protokolls Russland erhebliche Einnahmen bescheren kann. Die russische und die US-Ölindustrie hingegen haben Verluste zu befürchten. Sie setzen alles daran, Putin gegen das Kyoto-Protokoll einzunehmen: Die US-Ölkonzerne, die seinerzeit Präsident Bush von einer Ratifizierung abhielten, versuchen nun auch die Zustimmung Moskaus zu verhindern, sagt Natalja Oliferenko, Klima-Expertin bei Greenpeace.

Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Auch wenn Illarionow schon öfter angekündigt hat, dass Russland das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren werde, setzen Umweltschutzorganisationen weltweit auf den russischen Präsidenten: Präsident Putin hat in den vergangenen Monaten mehrmals angekündigt, Russland werde ratifizieren, sagt Steven Guilbeault, Klima-Experte bei Greenpeace.

Lesen Sie unser Factsheet:

UN-Konferenz COP IX: Klimaschutz am Wendepunkt? (PDF).

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