Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Neuer Allokationsplan: Katastrophales Signal

Umweltminister Sigmar Gabriel hat am Freitag eine überarbeitete Version des Nationalen Allokationsplans II für Emissionszertifikate (NAP II) vorgestellt. Damit werden die Verschmutzungsrechte für den Emissionshandel verteilt. Die erste Fassung hatte Greenpeace massiv kritisiert. Die neue Version kommentiert unsere Klimaexpertin Dr. Gabriela von Goerne.

  • /

Ob Deutschland mit diesem Plan wirklich seine Klimaschutzziele erreichen wird, ist fraglich. Zwar ist der NAP II in der Überarbeitung verschärft worden, aber noch lange nicht ausreichend. Wer das Klima besonders belastet und damit unsere Zukunft gefährdet, sollte besonders viel für Verschmutzungsrechte, also für Emissionszertifikate, zahlen. Dadurch, dass keine Versteigerung der Emissionszertifikate vorgesehen ist, vergibt Sigmar Gabriel ein starkes Steuerungselement für effektiven Klimaschutz.

Auch bei der Neuanlagenregelung zeigt Gabriel, dass er mehr auf Seiten der Industrie als auf Seiten des Klimaschutzes steht. Er setzt sich zum Beispiel weiterhin dafür ein, dass klimazerstörende Braunkohlekraftwerke Investitionssicherheit erhalten und somit gefördert werden.

Dem Umweltminister ging es nicht um eine Verbesserung des Emissionshandels. Er wollte nur der Rüge der EU-Kommission in der kommenden Woche zuvorkommen. Effektiver Klimaschutz sieht anders aus. Das ist ein katastrophales Signal an Europa. Greenpeace fordert die Kommission auf, diesen Vorschlag abzulehnen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wann Deutschland sein Klimaziel 2020 erreicht

Maßnahmen des Klimaschutzpakets über Jahre kaum wirksam: Die Bundesregierung wird ihr öffentlich zugesichertes Klimaziel für das Jahr 2020 mindestens fünf Jahre zu spät erreichen.

Mehr zum Thema

Die Krise nutzen

Für die EU muss jetzt Klima- und Artenschutz Vorrang haben. Subventionen für die Landwirtschaft sollten gezielt an nachhaltige Betriebe fließen, fordert Agrarökonom Sebastian Lakner.

Kein Geld für Gestern!

Regierung beschließt Wirtschaftshilfen mit zu wenig Klimaschutzwirkung. Greenpeace stellt Studie vor, die berechnet, wie viele Arbeitsplätze ein grüner Neustart schaffen kann.

Frischer Wind für Windkraft

Der Windkraft-Ausbau stockt, obwohl Windenergie für die Energiewende zentral wichtig ist. Rechtsgutachten fordert, Windkraft per Gesetz ein „öffentliches Interesse“ einzuräumen.