Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

NAP: Von Verpflichtung zum Klimaschutz keine Spur

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) behauptet,
mit seinem Entwurf zum Nationalen Allokationsplan II (NAP) die Energiekonzerne in die Pflicht genommen zu haben. Das Gegenteil ist der Fall.

  • /

NAP II regelt die Verteilung von Verschmutzungsrechten zum Ausstoß von Treibhausgasen für den Zeitraum 2008 bis 2012. Nach Ansicht von Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace, hat Sigmar Gabriel sich dabei von den Energiekonzernen RWE und Vattenfall über den Tisch ziehen lassen: Der Verteilungsplan für die Verschmutzungsrechte sieht keine anspruchsvollen Klimaschutzziele für die Energie-Industrie vor. Außerdem hat Gabriel sich nicht für die von Umweltökonomen bevorzugte Versteigerung der Verschmutzungsrechte ausgesprochen.

Smid weiter: Wenn Gabriel sich vor der Kabinettsentscheidung am 28. Juni noch gegen die Energiekonzerne behaupten will, muss er sich jetzt endlich für eine Versteigerung der Verschmutzungsrechte einsetzen. Der vom Minister so vorgeschlagene Plan kommt einem Geschenk an die Energie-Industrie von zehn Milliarden Euro pro Jahr gleich. Gabriel bevorzugt in seinem Entwurf klimaschädliche Kohlekraftwerke und verschiebt die Probleme in die Zukunft.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.