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Kritik an Energiegipfel des Kanzlers

Scharfe Kritik übt Greenpeace an der klimaschädlichen Energiepolitik des Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Der aktuelle Anlass: Am Donnerstag trifft sich der Kanzler mit den Chefs der vier größten Energieversorger und dem Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Bei dem Treffen soll der zukünftige Energiemix in Deutschland diskutiert werden - allerdings ohne Umweltminister Jürgen Trittin und ohne Vertreter der Solar- und Windenergie-Branche.

Zuvor hat Schröder am Mittwoch im sächsischen Ort Grimma eine sanierte Hängebrücke über den Fluss Mulde dem Verkehr übergeben. Grimma war im vergangenen Jahr von den Überschwemmungen schwer beschädigt worden. Heute weiht Schröder in Grimma eine Hängebrücke ein und morgen sorgt er dafür, dass Brücken von neuen Fluten weggerissen werden, bemängelt die Greenpeace-Energieexpertin Gabriela von Goerne. Will er jedes Jahr entlang der Elbe restaurierte Brücken einweihen? Der Bundeskanzler muss deshalb am Donnerstag die Weichen stellen für eine Energiewende, die das Klimachaos aufhält - weg von Kohle und Öl und hin zu erneuerbaren Energien. Tut er dies nicht, wird die kommende Generation die Klimafolgen ausbaden müssen - auch entlang der Elbe.

Die weltweite Erwärmung führt jetzt auch in Deutschland zu zunehmenden Wetterextremen wie der Jahrhundertflut im vorigen Jahr oder der extremen Dürre in diesem Jahr. Klimaforscher gehen davon aus, dass diese Extremwetterlagen in Zukunft zunehmen werden. Hauptursache für die Klimaveränderung ist, dass der Mensch immer mehr Kohlendioxid (CO2) freisetzt. Durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas ist die weltweite Durchschnittstemperatur bereits um 0,6 Grad gestiegen.

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