Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klimaschutz statt Kohlekraftwerke!

Vattenfall-Aufsichtsratsitzung in Berlin: Greenpeace-Aktivisten haben am Freitag mit einem Großplakat vor der Hauptstadtrepräsentanz von Vattenfall Europe protestiert. Damit brachten sie ihren Unmut gegen die Rolle des Vattenfall-Konzernchefs Josefsson als Klimaberater der Bundesregierung zum Ausdruck.

  • /

Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson missbraucht seine Rolle als persönlicher Klimaberater von Angela Merkel, um Konzerninteressen durchzuboxen. Er mischte sich intensiv in die Pläne zum Bau des Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg ein. Mit einem Geheimbrief an die Kanzlerin hat er massiven Druck ausgeübt, um die Kraftwerksplanungen voranzubringen.

Vattenfall verspricht für das Kohlekraftwerk Moorburg saubere Kohle mit einer CO2-Abscheidetechnik, die bisher noch nicht einmal im Versuchsstadium funktioniert. Zusätzlich verspricht Vattenfall eine stärkere Auskopplung von Wärmeenergie, ohne zu wissen wohin damit und behauptet, durch den Bau des Kraftwerks 2,3 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Belegt wird dies mit einem Gefälligkeitsgutachten des TÜV-Rheinland.

Damit setzt der Energiekonzern auf eine Technik, die großtechnisch und kommerziell nutzbar frühestens in 20 Jahren zur Verfügung steht. Und was passiert, wenn bis dahin die großen technischen und rechtlichen Probleme der CO2-Abtrennung und -Speicherung nicht gelöst werden können? Dazu Josefsson in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit, ...[dann] haben wir ein echtes Problem. Dann müssen wir die Dämme höher bauen.

Greenpeace fordert von Vattenfall-Chef Josefsson: Treten Sie zurück als persönlicher Klimaberater von Angela Merkel. Vermischen Sie nicht länger die Interessen von Vattenfall mit den Klimaschutzzielen der deutschen Politik. Klimaschutz kann auf Ihren falschen Rat verzichten. Stoppen Sie den Neubau von Kohlekraftwerken in Boxberg, Hamburg-Moorburg und Berlin!

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Klimaschutz wachsen lassen

Die EU verhandelt aktuell über die Klima-Zielsetzung für 2030. Eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace zeigt, welche Rolle die Natur Europas dabei spielen sollte.

Keine Kirchen für Braunkohle

Christlich ist das nicht, wenn historische Kirchen wie der Immerather Dom für klimaschädliche Braunkohle abgerissen werden. Daran erinnerten Aktivist:innen in 46 Städten.

Das Netz der Windkraftgegner

Der Ausbau der Windkraft stockt. Nicht nur wegen unglücklicher Windparkanwohner – oft bremsen auch als Bürgerinitiative getarnte Industrievertreter, so eine  Greenpeace Recherche.