Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klimaschutz: Schröder macht Rückzieher

Deutschland will sich auf dem EU-Gipfel nächste Woche gegen konkrete Klimaschutzziele für Europa nach 2012 aussprechen. Dies wurde gestern Nacht bei einem Vorbereitungstreffen der Unterhändler der EU-Länder bekannt. Damit verabschiedet sich Deutschland von seiner bisherigen Position, die EU auf eine 30-prozentige Senkung ihrer Treibhausgasemissionen bis 2020 zu verpflichten. Die auf dem Treffen erarbeitete Vorlage liegt Greenpeace vor.

Schröder kann nicht bei jedem wichtigen Umweltproblem einknicken sagt Greenpeace-Klima-Expertin Gabriela von Goerne. Beim Besuch von Präsident Bush letzten Monat hat er sich noch als Klimaretter dargestellt. Heute will er von seinen eigenen Klimaschutzforderungen nichts mehr wissen.

Noch vor einer Woche hatte Umweltminister Jürgen Trittin sich für das Ziel eingesetzt, in der EU den Ausstoß an Treibhausgasen um 30 Prozent zu verringern. Deutschland hatte angekündigt, seinen Ausstoß dann um 40 Prozent zu senken. Mit der Aufgabe des EU-Ziels wäre auch das deutsche Ziel hinfällig.

Auf dem Gipfel der Regierungschefs von 22. bis 23. März entscheidet die EU darüber, wie es nach Ablauf der ersten Runde des Kyoto-Protokolls ab 2012 weitergehen soll. Dabei soll geklärt werden, wie sehr der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden soll. Greenpeace fordert Bundeskanzler Schröder auf, sich in der EU für das 30-Prozent-Ziel einzusetzen.

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts müssen die Industrieländer ihren Treibhausgasausstoß um 80 Prozent verringern. Nach Berechnungen von Klimaexperten lassen sich nur so gefährliche Folgen Klimawandels und damit einhergehende Kosten begrenzen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Wann Deutschland sein Klimaziel 2020 erreicht

Maßnahmen des Klimaschutzpakets über Jahre kaum wirksam: Die Bundesregierung wird ihr öffentlich zugesichertes Klimaziel für das Jahr 2020 mindestens fünf Jahre zu spät erreichen.

Mehr zum Thema

Was heißt da christlich?

Der Klimawandel bedroht Mensch und Natur, doch die CDU bremst fahrlässig beim Klimaschutz. Deshalb haben Greenpeace-Aktivisten der Partei das „C“ entzogen.

Abschalten jetzt

Erste Braunkohlemeiler müssen noch 2019 vom Netz gehen. So hat es eigentlich die Kohlekommission vorgesehen. Das fordern jetzt Greenpeace-Aktivisten auf dem Kühlturm von Neurath.

Teilerfolg in der Klimaklage

Verwaltungsgericht weist die Greenpeace-Klimaklage ab, hält aber Klimaklagen grundsätzlich für zulässig. Klägerinnen und Kläger werten das Urteil als Teilerfolg.