Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klimaschützer machen weltweit Druck

Am Samstag ist weltweit Aktion angesagt. Anlässlich der Klimakonferenz im kenianischen Nairobi protestieren dann Umweltschützer vieler Länder für eine verantwortungsvolle Klimapolitik. Die Weltklimakampagne soll den Delegierten der Konferenz nochmals klarmachen, was neueste Studien bewiesen haben: Nachlässige Entscheidungen werden fatale Konsequenzen haben.

  • /

Die Ideen der verschiedenen Länder zu den Aktionstagen sind vielfältig und fantasievoll. So betreibt das neuseeländische Greenpeace-Büro vom 4. bis 6. November ein Internetradio. Neben viel Musik und Interviews gibt es rund um die Uhr Informationen zum Thema Klimawandel. In Australien wird gegen den Klimawandel gewandert und die britischen Greenpeace-Aktivisten halten weiter die Stellung auf dem Kohlekraftwerk Didcot. Bisher ist keine Wiederaufnahme des Betriebs in Sicht.

In Nairobi wird vom 6. November an über eine Nachfolge für das Kyoto-Protokoll verhandelt. Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 beschlossen und trat 2005 in Kraft. Es gilt nur bis 2012 und hat etliche gravierende Schwächen, die in einem Nachfolgeabkommen verbessert werden müssen. So sind Entwicklungs- und Schwellenländer wie China und Indien bislang nicht zur Eindämmung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet. Aber auch in vielen Industrienationen steigt der CO2-Ausstoß allen Lippenbekenntnissen zum Trotz zum Teil weiter an.

Inzwischen gilt als sicher, dass wir nur noch zehn Jahre Zeit haben, um wenigstens die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Wenn die Politiker nicht handeln, kommt eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Katatrophe auf uns zu. Die Studie von Sir Nicholas Stern geht davon aus, dass die Schäden jährlich zwischen fünf und 20 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) verschlingen werden. Das sind zwischen 1,6 und 6,2 Billionen Euro.

Medienberichten zufolge zieht auch deutsche Prominenz mittlerweile die Konsequenzen. So boykottieren Tatort-Kommissar Peter Sodann, BAP-Sänger Wolfgang Niedecken und viele andere Schauspieler und Musiker die vier großen deutschen Energiekonzerne und steigen auf Ökostrom um. Auslöser sind auch hier die Verhandlungen um die Nachfolge des Kyoto-Protokolls.

Inwieweit sich der vielfältige Protest auf die zukünftige Klimaschutzpolitik auswirkt, wird sich ab Montag zeigen. Der Greenpeace-Klimaschutzexperte Karsten Smid warnte: Es ist unsere Generation, die die Verantwortung für unser zukünftiges Klima trägt. Die Politik muss den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda setzen, nicht nur in Nairobi sondern auch auf dem kommenden G8-Gipfel in Deutschland.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.