Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klima-Baustelle vor dem Bonner Rathaus

Das Klimaschutzabkommen von Kyoto ist in Kraft getreten. Darin hat sich die internationale Gemeinschaft vor mehr als sieben Jahren erstmals auf verbindliche Ziele und Maßnahmen geeinigt, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Bei den Feierlichkeiten im Bonner Rathaus ist auch Greenpeace dabei.

30 Greenpeace-Jugendliche in Bauarbeiter-Montur haben zum Festakt vor dem Alten Rathaus in Bonn ein Fundament aus Ytongsteinen für die vom Klimawandel bedrohte Erdkugel errichtet. Die Steine sind mit den Flaggen der Staaten versehen, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben. Das Kyoto-Protokoll ist die bislang einzige internationale Anstrengung, den Klimawandel aufzuhalten.

Für die Greenpeace-Jugendlichen ist das Kyoto-Protokoll erst der Anfang eines wirkungsvollen Klimaschutzes. Es ist unsere Zukunft, die auf dem Spiel steht, sagt Tobias Madrè, 19 Jahre, aus der Greenpeace-Jugendgruppe Bonn. Um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, muss weit mehr getan werden, als nur das, was im Kyoto-Protokoll vereinbart ist.

Pirkko Bell, 18 Jahre, ebenfalls aus Bonn, fügt hinzu: Der Klimawandel hat längst begonnen. Anstatt sich selber auf die Schultern zu klopfen, gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken - weitere Schritte für den Klimaschutz müssen folgen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin fügte den Stein für Deutschland persönlich in das Fundament ein. Die Baustelle soll Trittin und allen anderen Politikern bewusst machen, dass das Kyoto-Abkommen nur ein erster Startschuss ist und der Klimaschutz dringend weiter entwickelt werden muss.

In dem Fundament klafft jedoch eine große Lücke: Der Stein der USA liegt daneben. Denn das Land, das mehr als ein Viertel der weltweiten klimaschädlichen Treibhausgase verursacht, ist dem Abkommen nicht beigetreten.

Vor dem Austritt aus dem Kyoto-Protokoll im Jahr 2001 hatten sich die USA verpflichtet, ihren Ausstoß an Klimagasen bis 2012 um sieben Prozent zu verringern. Stattdessen stieg der Ausstoß bislang um 16 Prozent an.

Auch deshalb fordert Greenpeace zum Festakt im Bonner Rathaus eine Verringerung der Treibhausgasemissionen der Industriestaaten um 80 Prozent bis zum Jahr 2050. Die USA sollen dem Klimaschutzabkommen beitreten.

Zusätzlich appelliert Greenpeace an alle Staaten, die das internationale Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, schon jetzt weitergehende Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase anzupacken.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Standpauke in zwei Städten

Deutschland will Klimaschutz, schiebt die naheliegende Lösung aber auf die lange Bank. In Berlin und Köln und fordern heute darum Zehntausende: Macht endlich Schluss mit Kohle!

Es geht immer um alles

Pellworm spürt die Auswirkungen des Klimawandels. Die Backsens klagen darum mit Greenpeace und zwei weiteren Familien gegen die Bundesregierung: für das Recht auf Klimaschutz.

Regierung zur Rechenschaft

Wer trägt die Schuld an den Folgen der Erderhitzung? Rechtsanwältin Roda Verheyen erklärt, warum Greenpeace und Betroffene gegen die Bundesregierung klagen.