Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Kfz-Steuerbefreiung - nachgebessert, aber nicht besser

CDU und SPD haben ihr Modell zur Kfz-Steuerbefreiung zwar verändert - trennen mögen sie sich nicht davon. Neue Variante: Wer in den nächsten sechs Monaten einen Neuwagen kauft, soll bis zu zwei Jahre lang keine Kfz-Steuer zahlen müssen.

  • /

Im Detail heißt das: Wer sich jetzt einen Neuwagen kauft, der die Euronorm 4 erfüllt, erhält ein Jahr Steuererlass. Neuwagen, die diese Norm nicht erfüllen, gibt es allerdings nicht mehr.

Wer sich für ein besonders umweltfreundliches Auto entscheidet, spart zwei Jahre lang die Kfz-Steuer. Als besonders umweltfreundlich gilt für die Bundesregierung jeder Neuwagen, der die Euronorm 5 erfüllt. Zum Beispiel der Porsche Cayenne. Spritverbrauch auf hundert Kilometern: rund 13 Liter.

Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace in Berlin, nennt das Vorhaben blinden Aktionismus, der dem Klimaschutz schadet. Deutsche Pkw zählen seit Jahrzehnten zu den Spitzenreitern beim Spritverbrauch. Falsche Modellpolitik, sagt Krug, dürfe in Zeiten des Klimawandels nicht auch noch mit Steuergeschenken belohnt werden.

Nötig ist eine am CO2-Ausstoß ausgerichtete Kfz-Steuer: Wer viel Sprit verbraucht, soll auch viel Steuern zahlen. Wie in Frankreich sollten auch bei uns Käufer von Autos mit sehr niedrigem Verbrauch eine Prämie bekommen, während mit dem Erwerb von Spritschluckern ein Klimazuschlag bezahlt werden muss.

Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen würde der Absatz tatsächlich umweltfreundlicher Autos rapide steigen, was die Konjunktur belebt. Zum anderen wäre der Umwelt damit wirklich geholfen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: 5 Gründe für eine VW Kampagne

Will VW seiner Klimaverantwortung gerecht werden, und vom Problem zu einem Teil der Lösung werden, muss der Konzern jetzt aufhören, weitere Verbrennungsmotoren zu entwickeln und zu verkaufen.

Mehr zum Thema

VW: Von Wegen Klimaschutz!

Greenpeace-Aktive setzten ihren Protest gegen VWs klimaschädliche Konzernstrategie fort: In über 30 Städten beklebten sie an VW-Autohäusern Diesel und Benziner mit Warnhinweisen.

Besser ist nicht gut genug

Mit einer bunt angestrahlten Wasserwand fordern Greenpeace-Aktive in Berlin heute ihr Recht auf Zukunft ein. Die Klima-Pläne der Bundesregierung können ihnen das nicht garantieren.

Last Exit Klimaschutz

Die Bundesregierung muss ihr Klimaschutzgesetz nachbessern. Aber reicht, was an Vorschlägen im Raum steht? Greenpeace-Aktive fordern von der Bundeskanzlerin mehr.