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Staaten hübschen alte Ziele auf

Kein Fortschritt beim Klimaschutz

Bis gestern mussten alle Staaten ihre mittelfristigen CO2-Reduktionsziele bei den Vereinten Nationen vorlegen. So sieht es der Beschluss der Klimakonferenz in Kopenhagen vor. Die bisher eingereichten Ziele zeigen keinen Fortschritt der Verhandlungen. Statt neue, bindende und wirksame Zusagen zu machen, hübschen die Staaten ihre bisherigen Zusagen lediglich auf.

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Der 31. Januar wäre der beste Termin gewesen, um nach den gescheiterten Klimaverhandlungen in Kopenhagen ein positives Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Doch diese Chance ließen viele Staaten ungenutzt verstreichen. Stattdessen wiederholen sie ihre bisherigen Zusagen. Diese sind weit davon entfernt, den Klimawandel zu bremsen. Sie bewirken einen Temperaturanstieg von über drei Grad Celsius gegenüber 1990. Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, muss der Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius begrenzt werden.

Ein neues Papier von Greenpeace befasst sich mit den Auswirkungen der momentanen Reduktionsziele auf das Klima. Es zeigt, dass bereits die Hälfte der derzeit prognostizierten Erwärmung drastische Folgen für Mensch, Umwelt und Wirtschaft haben wird.

Die Mitgliedsstaaten haben es versäumt, Reduktionsziele zu vereinbaren, die den Klimawandel verhindern, sagt Bernhard Obermayr, Klimaexperte von Greenpeace in Zentral- und Mitteleuropa. Die Deadline zum 31.1. war nur ein zynischer PR-Gag. Er erlaubt den Regierungen, ihre bisherigen Zusicherungen zu recyceln und als effektive Aktionen zu schmücken. Das ist der Anfang des Kopenhagen-Greenwashings.

Was die Industrieländer schuldig bleiben, macht die Republik der Marshallinseln vor. Sie hat eine Reduktion ihres CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 angekündigt. Die Marshallinseln sind eine der tiefliegensten Regionen der Welt. Sie liegen lediglich zwei Meter über dem Meeresspiegel und sind akut bedroht.

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