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Industrie blockiert Emissionshandel

Die Blockadehaltung großer Teile der deutschen Industrie in Fragen des Emissionshandels ist von Umweltschützern heftig kritisiert worden. In einer gemeinsamen Presseerklärung warfen BUND, Germanwatch, Greenpeace, NABU und WWF der Industrie vor, sich innovationsfeindlich zu verhalten und eine veraltete Energiepolitik zu betreiben.

Seit das Bundesumweltministerium vor zwei Wochen einen ersten Entwurf für den so genannten Nationalen Allokationsplan (NAP) vorgelegt hat, geht es zwischen den Verhandlungspartnern hoch her. Der Allokationsplan legt die Verteilung der CO2-Emissionsrechte fest. Er gesteht den Unternehmen Emissionsrechte von insgesamt 480 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2012 zu. Die Vertreter der Industrie verlangen demgegenüber Zuschläge, die auf eine Steigerung der Emissionen statt auf die geforderte Reduzierung hinausliefen.

Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens fordert die Industrie auf, sich ihrer Verantwortung für den Klimaschutz zu stellen - und zwar viel langfristiger als im NAP-Entwurf vorgesehen. Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, müssen wir die Treibhausgase bis 2050 um 80 Prozent verringern. Wenn sich die Industrie schon auf den ersten Metern quer stellt, schadet sie Natur und Menschen - vorsätzlich.

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