Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace unterbricht die Öl-Dealer

Nach jahrelangem und zähem Ringen ist am Mittwoch endlich das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Dieses Ereignis feierten 35 Greenpeace-Aktivisten in der Internationalen Petroleum-Börse (IPE) in London. An der Fassade des Gebäudes befestigten sie ein Transparent, auf dem es hieß: Climate Change kills. Stop pushing oil. (Klimawandel tötet. Stoppt die Öl-Deals.) Drinnen gaben die Greenpeacer ihrer Freude mit Trillerpfeifen und Nebelhörnern Ausdruck.

Der Ölhandel kam für mehr als eine Stunde zum Erliegen - die Händler, die sich normalerweise die Preise und Anzahl der Kontrakte entgegenbrüllen, konnten sich nicht mehr verstehen. An der IPE in London wird der Preis für 60 Prozent des weltweit gehandelten Öls bestimmt.

Der Geschäftsführer von Greenpeace Großbritannien, Stephen Tinsdale, war einer der Aktivisten: Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten, trotzdem wird an der IPE weiter schamlos Öl gehandelt, als ob die Leben von Millionen und die Zukunft der gesamten Menschheit unwichtig seien. Dieser Wahnsinn muss aufhören. Heute, an dem Tag, an dem das Kyoto-Protokoll in Kraft tritt, fordern wir die Welt auf, einmal tief durchzuatmen und darüber nachzudenken, wohin uns unsere Sucht nach Öl führt.

Etliche Aktivisten mussten wegen der Aktion die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Sie wurden verhaftet und erst am Donnerstag wieder entlassen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bilanztricks bei der LEAG

Die Zahlen sind alarmierend: dem Lausitzer Braunkohlekonzern LEAG fehlen Milliarden für die Renaturierung. Zu diesem Schluss kommen die Wirtschaftsprüfer von Cordes + Partner in einer von Greenpeace beauftragten Stellungnahme.

Mehr zum Thema

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

So werden Sie Waldretter

Wald oder Kohle: Das ist gerade die Frage in dem kleinen alten Waldstück Hambacher Forst. Damit RWE es nicht rodet, kann jeder ein Zeichen setzten – hier sind 10 Tipps.