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Greenpeace sieht G8-Umweltministerkonferenz in der Pflicht

In Potsdam hat der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am Donnerstag die Umweltministerkonferenz der G8-Staaten eröffnet. Ein Ziel der Konferenz soll es sein, den weltweiten Klimaschutz voranzubringen. Das wünscht sich auch die Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens, die sich in Potsdam in einer Rede an die Umweltminister wandte.

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Behrens sprach von einem historischen Moment: Noch nie zuvor war es den Menschen in allen Staaten so bewusst, wie bedroht das Klima sei. Den anwesenden Ministern verdeutlichte sie die Dringlichkeit für Klimaschutzmaßnahmen: Al Gores Film Eine unbequeme Wahrheit; der Bericht von Nicholas Stern zu den Kosten des Klimawandels; die neuen IPCC-Berichte; die konkret erfahrbare, immer stärkere Häufung von Wetterextremen: All dies hat die Ausgangssituation unseres Handelns seit dem letzten G8-Gipfel von Sankt Petersburg grundlegend verändert. Vor diesem Hintergrund müssen wir alle lernen, neu zu denken und alte Positionen zu revidieren.

Die Greenpeace-Geschäftsführerin forderte Taten, die helfen, einen zerstörerischen Klimawandel zu verhindern. Es wäre ein deutliches Signal an die Welt, wenn sich die Staaten der G8 öffentlich zu einer Reduktion von Treibhausgasemissionen um 30 Prozent bekennen würden.

Dabei sei die Bundesregierung besonders gefordert: Von Ihnen, Herr Gabriel, erwarten wir allerdings ein Bekenntnis zu einer 40-prozentigen Reduktion, da Deutschland eine erheblich Reduktion durch den Zusammenbruch der DDR-Industrie quasi in den Schoß gefallen ist.

Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz

Brigitte Behrens machte deutlich, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehöre. Legen Sie die Grundlage für eine globale Energiewende. Eine Energiewende hin zu einer dezentralen Energiewirtschaft, die auf Regenerativen Energien und Energieeffizienz basiert. Vereinbaren Sie gemeinsame Schritte, die enormen Effizienz-Potenziale bei Kraftwerken, Autos und Gebäuden so schnell wie möglich zu heben.

Die Greenpeace-Geschäftsführerin warnt die G8-Umweltminister: Atomkraft blockiert eine solche Energiewende. Atomkraft ist gefährlich, nicht nachhaltig und zementiert die alten zentralistischen und ineffizienten Strukturen der Energiewirtschaft. Sie behindert den Klimaschutz und sollte daher im G8-Prozess keine Beachtung finden.

Das Treffen in Potsdam dauert noch bis Samstag. Daran nehmen neben den sieben großen Industriestaaten auch Russland teil (G8). Zusätzlich sind diesmal auch Vertreter aus China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika dabei. Die Konferenz dient auch der Vorbereitung des G8-Gipfels Anfang Juni. Im mecklenburg-vorpommerschen Badeort Heiligendamm werden sich die Regierungschefs der G8-Staaten treffen.

Behrens gab den Umweltministern bis dahin eine Aufgabe mit auf den Weg: Nutzen Sie Ihre einmalige Chance: Machen Sie diesen G8-Gipfel zu einem wahrhaften Klima-Krisen-Gipfel. Treiben Sie Ihre eigenen Regierungschefs dazu an, in Heiligendamm mutige und entschiedene Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Sorgen Sie dafür, dass die G8-Staaten - die Hauptverursacher des Klimawandels - endlich Verantwortung übernehmen.

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