Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace-Banner am Mast: Keine Gewalt

Greenpeace-Heißluftballon beschlagnahmt

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise ist von Küstenwache und Bundespolizei durchsucht worden. Die Arctic befand sich außerhalb des Sperrgebietes von Heiligendamm, als die Flotte längsseits ging: zwei Polizeischiffe, ein schwedisches Schnellboot unter deutscher Flagge und zwei Schlauchboote. Die Beamten beschlagnahmten einen Heißluftballon und machten alle Schlauchboote an Bord bis auf eines fahruntüchtig. Die 24-köpfige Besatzung musste während der Durchsuchung in der Messe bleiben.

  • /

Uns ergeht es nun genauso wie Tausenden anderen Demonstranten, sagt Jörg Feddern, Klimaschutzexperte von Greenpeace. Wir lehnen diese Kriminalisierung gewaltfreier Demonstrationen ab. Gewählte Regierungen müssen der Kritik ihrer Bürger ins Gesicht sehen. Also sind wir hier an der richtigen Stelle.

Die Arctic Sunrise gehört wie die Beluga II zu den Schiffen, die den friedlichen Protest gegen die Politik der G8-Staaten begleiten. Vom Schiff dürfen nun durch eine polizeiliche Verfügung bis zum Ende des G8-Gipfels weder Schlauchboote ausgesetzt noch ein Ballon gestartet werden.

Die Beluga II im Rostocker Stadthafen blieb bisher unbehelligt. Um am heutigen Mittwoch - dem Tag der Sitzblockaden - die Friedfertigkeit der Proteste zu betonen, hat die Besatzung den Spruch auf dem Banner zwischen den Masten ergänzt. Bislang war dort zu lesen G8 - Act now. Jetzt steht dort zusätzlich: Keine Gewalt.

Greenpeace kritisiert die G8-Staaten vor allem dafür, dass sie sich bisher nicht auf eine verbindliche Reduzierung der Treibhausgase geeinigt haben. Mit seinen Ablenkungsmanövern schafft es US-Präsident Bush immer wieder, genau solche verbindlichen Reduzierungen zu verhindern. Außerdem wird der Schutz der letzten Urwälder bisher vernachlässigt, obwohl deren Abholzung und Brandrodung etwa 20 Prozent zur weltweiten Belastung mit Treibhausgasen beiträgt.

Auf dem Alternativgipfel in Rostock, der am Dienstag eröffnet wurde, greifen wir die brennenden Probleme in eigenen Workshops auf: "Klima der Gerechtigkeit", Energiekonzerne, Entwaldung und andere Globalisierungsthemen stehen auf der Agenda.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Hambacher Forst in der Krise

Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In der Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten.

Mehr zum Thema

Urwaldschutz - geht doch!

Russland stellt einen der letzten Urwälder Europas unter Schutz. Ein Erfolg, für den Greenpeace-Russland jahrzehntelang gekämpft hat.

Kein Geschäft mit Verbrechern

Der Regenwald steht in Flammen. Trotzdem will Deutschland seine Geschäfte mit Brasilien ausbauen. Zum Treffen mit Umweltminister Salles fordert Greenpeace: Mercosur aussetzen!

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.