Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace bringt den Klimaschutz zum Hessentag

Sonniges Wetter, die ganze Stadt Langenselbold schwelgt in Festtagsstimmung. Alles frei nach dem Motto Langenselbold hat viel Schwung, das Hessenfest für Alt und Jung. Zwischen den Trachtengruppen, Fachwerkhäusern auf Rädern, historischen Feuerwehrwagen und Volkstanzgruppen fährt ein etwas anderes Vehikel durch die Menge: Die Greenpeace-Gruppe Marburg nutzt den Tag der hessischen Narretei als Anlass, um gegen das Kohlekraftwerk Staudinger zu protestieren: "Klimaschutz geht anders! Stopp Staudinger!" Außerdem machen sie mit ihrem Wagen auf die im Dezember in Kopenhagen stattfindende UN-Klimakonferenz aufmerksam.

  • /

In CO2penhagen muss was laufen. 2000 Kilometer zu Fuß für den Klima- und Urwaldschutz, war auf dem Wagen zu lesen. Aktivisten aus mehreren Greenpeace-Gruppen starten ab September einen dreimonatigen Info- und Protestmarsch vom Bodensee bis Kopenhagen. Dort findet im Dezember die UN-Klimakonferenz statt, an deren Ende ein Folgeabkommen des Kyoto-Protokolls stehen soll. Während der Konferenz wird sich entscheiden, ob endlich etwas getan wird, um den Klimawandel zu stoppen oder ob wir ungebremst in eine Klimakatastrophe schlittern. Bis zum Start der Wanderung informieren die Ehrenamtlichen auf Veranstaltungen in ganz Deutschland über die Zusammenhänge von Urwaldschutz, Konsumverhalten und Klimaschutz.

Daneben hat die Gruppe Marburg auf dem Hessentag vor allem auf das Bauprojekt des 1100 Megawatt-Steinkohleblocks 6 auf dem E.ON-Standort Staudinger aufmerksam gemacht. Das Kraftwerk liegt nur wenige Kilometer von Langenselbold entfernt in Großkrotzenburg. Kohle und Klimaschutz passen nicht zusammen. Deshalb übergaben die Marburger, die als Repräsentanten ihrer Stadt beim Umzug waren, das Schild mit der Aufschrift Klimaschutz geht anders! Stopp Staudinger! zum Schluss an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch.

Bis zum Startschuss ihrer Wanderung im September werden die Marburger Greenpeacer noch bei folgenden Gelegenheiten über den Urwaldschutz informieren: Southside Festival in Neuhausen, Stadtfest Marburg im Schlosspark, Open Flair Festival in Eschwege und Area 4 Festival Lüdinghausen.

(Autor: Malte Strathmeier)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Standpauke in zwei Städten

Deutschland will Klimaschutz, schiebt die naheliegende Lösung aber auf die lange Bank. In Berlin und Köln und fordern heute darum Zehntausende: Macht endlich Schluss mit Kohle!

Es geht immer um alles

Pellworm spürt die Auswirkungen des Klimawandels. Die Backsens klagen darum mit Greenpeace und zwei weiteren Familien gegen die Bundesregierung: für das Recht auf Klimaschutz.

Regierung zur Rechenschaft

Wer trägt die Schuld an den Folgen der Erderhitzung? Rechtsanwältin Roda Verheyen erklärt, warum Greenpeace und Betroffene gegen die Bundesregierung klagen.