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Greenfreeze: 10 Jahre weniger Ozonkiller

Greenpeace macht Unmögliches möglich: Vor genau 10 Jahren hat Greenpeace die Greenfreeze-Technik für Kühlschränke entwickelt. Alle deutschen Kühlschrankhersteller erklärten damals, dass es unmöglich sei mit dem Greenpeace-Konzept zu kühlen. Die Technik sein nicht alltagstauglich. Heute kühlt fast jeder Haushalt in Deutschland mit der umweltschonenden Greenfreeze-Technik.

Zusammen mit dem Hersteller Foron, der aus der dkk Scharfenstein hervorging, brachte Greenpeace 1993 den weltweit ersten Kühlschrank auf den Markt, der ohne gefährliche Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) oder Fluor-Kohlenwasserstoffe (FKW) als Kühlmittel auskam. Greenpeace und Foron haben seitdem die Kältetechnik weltweit umgekrempelt.

Zunächst nur über den deutschen Handel vertrieben, setzte der Greenfreeze schon bald zu einem Siegeszug rund um den Globus an. Auch dass die Kühlgeräteindustrie in Deutschland die fortschrittliche Technik anfangs bekämpfte, konnte nicht verhindern, dass sie inzwischen von führenden Herstellern in Europa, Asien und Australien übernommen worden ist.

Wir freuen uns über den sensationellen Erfolg des Greenfreeze, den hatten wir damals nicht erwartet, sagt Wolfgang Lohbeck von Greenpeace, der den Kühlschrank in Deutschland auf den Weg brachte. Die Industrie wollte wie so oft nicht die beste, sondern die bequemste Lösung. Unser Erfolg beweist, dass wir überzeugende Ideen trotzdem durchsetzen können.

Ein weiterer Meilenstein wird am Dienstag erreicht: Im Jubiläumsjahr der Greenfreeze-Technik wird zum erstenmal ein umweltschonender Kühlschrank in Südamerika produziert. In der Fabrik Autosal bei Buenos Aires wird das Gerät mit der Produktionsnummer 1 vom Band laufen.

Die Nummer 1 in Südamerika dürfte weltweit der Nummer 100.000.001 entsprechen. Bis heute haben die mehr als hundert Millionen Greenfreeze-Kühlschränke dem Klima 400 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart. Das entspricht ungefähr dem halben Kohlendioxid-Ausstoß Deutschlands.

Statt mit den künstlichen und schädlichen FCKW und den später verwendeten FKW kühlt der Greenfreeze mit natürlichen Stoffen: Als Kältemittel dienen Propan und Butan, für die Isolierschäumung wird Pentan eingesetzt. Positiver Zusatzeffekt: Greenfreeze ist nicht nur umweltschonend, sondern den FKW auch technisch weit überlegen.

Doch bei allem Jubel gibt es auch Wermutstropfen: Die USA entpuppen sich als erbitterter Gegner der Greenfreeze-Idee. Die dortige Chemieindustrie will die FKW nicht aufgeben. Sie setzt sich vehement dafür ein, die Verbreitung der umweltschonenden Technik aufzuhalten. Unterstützung erhalten sie aus anderen Bereichen der Kühltechnik: Eine aggressive Lobby verteidigt den Einsatz der Ozonkiller FKW in Klimaanlagen für Autos und Kühlanlagen in Supermärkten.

Dem harten Kern der Chemielobby und einigen Herstellern ist der Absatz der FKW immer noch wichtiger als die bessere Technik und das Klima, erklärt Lohbeck. Die Bundesregierung sollte dem Beispiel Dänemarks und Österreichs folgen und alle Anwendungen von FKW stufenweise verbieten. Zudem muss sie sich für ein Verbot auf europäischer Ebene einsetzen. (mir)

Alle Fakten zu diesem Jubiläum haben wir für Sie in einem Factsheet zusammengefasst. (PDF, 520 kb).

Sie können sich aber auch mit Hilfe unseres Kleinen Greenfreeze-Leitfadens fundiert auf den Kauf Ihres nächsten Kühlschranks vorbereiten.

Publikationen

Über zehn Jahre Greenfreeze - ein weltweiter Erfolg

FCKW schädigen die Ozonschicht; FKW heizen das Klima auf. Aus diesem Grund entwickelte Greenpeace mit Wissenschaftlern zusammen den Kühlschrank Greenfreeze mit natürlichen Kältemitteln wie Propan und Butan.
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