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G8-Protest auf dem Gipfel des Ararat

Nach drei Tagen Klettertour durch Geröll, Eis und Schnee hat das Greenpeace-Bergteam den Gipfel des Ararat erreicht. Seit Dienstagmorgen weht dort oben, in über 5.100 Meter Höhe, ein Banner: G8: this is the point of no return. Save the climate now (G8: Es gibt kein Zurück - Klimaschutz jetzt). Greenpeace appelliert damit an die G8-Staatschefs, die Bedrohungen durch den Klimawandel ernst zu nehmen.

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Wir haben nicht mehr viel Zeit, das Ruder noch herumzureißen. Sonst droht der Menschheit eine Klimakatastrophe, bei der Fluten, Stürme und Trockenheiten unzählige Menschen aus ihrer Heimat vertreiben werden oder umbringen, so Beate Steffens, Greenpeace-Kletterin, auf dem Gipfel.

Steffens erinnert daran, dass der UN-Wissenschaftsrat von weniger als 15 Jahren ausgeht, die für eine Kehrtwende bleiben. Bush, Merkel und Co. müssen begreifen, dass wir bald an einen Punkt kommen, an dem der Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist. Wir erhalten nicht mehr viele Chancen, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Die Experten des IPCC haben in ihrem Klimareport 2007 bestätigt, dass der Klimawandel schneller und heftiger kommt als befürchtet. Um die schlimmsten Folgen zu verhindern, müssen die weltweiten Treibhausgase massiv reduziert werden. Dazu muss der CO2-Austoß der G8-Länder bis 2020 um 30 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent gesenkt werden. Weltweit muss der Ausstoß bis 2050 um die Hälfte sinken. Wie das ohne wirtschaftlichen Schaden und ohne Atomkraft geht, hat Greenpeace in einem Masterplan vorgerechnet.

Es gibt jetzt keine Ausreden mehr, alle Fakten liegen auf dem Tisch, nun muss gehandelt werden: Die G8-Staaten müssen bei ihrem Gipfel in Heiligendamm konkrete Reduktionsziele von Treibhausgasen beschließen, sagt Klimaexperte Andree Böhling. Unverantwortlich ist zurzeit vor allem das Verhalten der US-Regierung, die sich konkreten Zielen zur CO2-Reduktion verweigert. Als weltgrößter Produzent von Treibhausgasen müssen jedoch gerade die USA ihren Ausstoß an Klimagasen deutlich verringern.

35 Jahre nach der ersten großen UN-Umweltkonferenz in Stockholm und 15 Jahre nach der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro ist die Lage des Planeten bedrohlicher als je zuvor. Wer jetzt weiter die Augen veschließt, geht als ökologischer Schurkenstaat in die Geschichte ein, warnt Böhling.

Die Arche Noah, die Greenpeace auf dem Ararat im Osten der Türkei errichtet, ist nach vierwöchiger Bauzeit nun fertig und wird am Freitag in einer feierlichen Zeremonie der Öffentlichkeit übergeben. Greenpeace wird dann in einer Ararat-Deklaration die Verantwortung der Politiker für den Klimaschutz abermals anmahnen.

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