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Falscher Zahlenzauber schützt Klimawandel

Sind bis zu 18.000.000.000.000.000 US-Dollar zu viel Geld für die Rettung des globalen Klimas? Das war die zentrale Frage auf einer Klima-Konferenz, zu der sich Experten diesen Monat in Moskau einfanden. In einem von verschiedenen Szenarien beziffert das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen die Kosten für alle Maßnahmen und Schritte die notwendig wären, um die gefährliche Erderwärmung abzuwenden, mit 18 Billiarden Dollar.

Überwiegend kommt das IPCC aber auf Kosten von Hunderten von Billionen Dollar und das insgesamt für einen Zeitraum von 100 Jahren. Nach Schätzung der Weltbank belief sich das Bruttosozialprodukt der ganzen Welt (WBZP) 2002 auf 32 Billionen Dollar. Das IPCC errechnete daraus beispielhaft: ein Anteil von weniger als einem Prozent des WBZP müsste bis 2050 für die Klimaschutzkosten aufgewandt werden. Ein erster Schritt sei dabei das Kyoto-Protokoll.

Wir sind gegewärtig dabei, gefährliche Klimaveränderungen zu verursachen, warnt Steven Guilbeault von Greenpeace. Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist. Eine Grundlage dafür böte die UN-Rahmenkonvention über den Klimawandel von 1992, die auch von den USA ratifiziert wurde. Doch ob Gelder in den Klimaschutz gepumpt werden, hängt von der Definition des Wortes gefährlich ab.

Die UN-Konvention richtet sich in ihrem Wortlaut nämlich nur gegen die Abwendung von gefährlichen Einflüssen des Menschen auf das Klimasystem. Das IPCC fragt nun, ob der Anstieg des Meeresspiegels, das Versinken von Inselstaaten, Trockenheiten, Überschwemmungen und der Wandel beim Zugang zu Wasser nicht als gefährlich eingestuft werden müssen.

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