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EU-Gipfel: Kein Vorpreschen beim Klimaschutz

Die EU hat ihr Klimaschutzpaket gepackt. Es sieht größer aus als es ist. Bei genauem Hinsehen hat sich der Wirtschaftsraum mit dem drittgrößten Kohlendioxidausstoß der Welt zu einer CO2-Verminderung von beschämenden fünf Prozent verpflichtet.

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Das ist eine Entscheidung für die Klimakatastrophe, kommentiert Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling. Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels aufzuhalten, reichen die beschlossenen Minderungsziele hinten und vorne nicht. Das 20-Prozent-Ziel als Durchbruch für den Klimaschutz zu verkaufen, ist falsch und zynisch.

Die EU hat sich völkerrechtlich verpflichtet, ihren Kohlendioxidausstoß bis 2012 um acht Prozent zu verringern. Für die nächste Verpflichtung, 20 Prozent Reduzierung bis 2020, zählen die zwölf neuen EU-Länder mit. Vor allem in den Ostländern ist aber allein durch den Zusammenbruch von Teilen der Wirtschaft bereits eine starke Kohlendioxidreduktion erfolgt. Dadurch hat die EU für das Jahr 2012 eine Verminderung von 15 Prozent geschenkt bekommen.

Dass der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 verbindlich auf 20 Prozent ausgebaut werden soll, begrüßt Greenpeace. Doch dieses eigentlich erfreuliche Ergebnis wird durch Schlupflöcher für Atommächte wie Frankreich und Bulgarien getrübt. Sie dürfen sich ihren Atomstrom auf der Positivseite gutschreiben und dadurch am falschen Ende sparen: beim Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Böhling: Will Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G8-Gipfel in Heiligendamm die Weltgemeinschaft zu einem wirklichen Durchbruch beim weltweiten Klimaschutz bewegen, hat sie nur eine Chance: Deutschland muss mit einer Verpflichtung, seinen Kohlendioxidausstoß um 40 Prozent zu senken, mit gutem Beispiel vorangehen.

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