Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Emnid-Umfrage: Bundesbürger wollen Klimaschutz

Klimaschutz ist den meisten Bundesbürgern ein zentrales Anliegen. Eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des Greenpeace Magazins ergab, dass 85 Prozent der Befragten die globale Erwärmung als bedrohlich für sich und die folgenden Generationen betrachten. 86 Prozent wollen, dass Deutschland vorangeht und seine CO2-Emissionen bis 2020 entscheidend senkt: um 40 Prozent gegenüber 1990.

  • /

Nicht nur im eigenen Land, auch international soll Angela Merkel den Klimaschutz vorantreiben. Bis Juni 2007 hat Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft, im Juni 2007 den Vorsitz beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Fast zwei Drittel der befragten Bundesbürger wollen, dass Merkel diese Gelegenheiten effektiv nutzt.

Wer das Klima schützen will, muss handeln. Die Befragten konnten unter verschiedenen Maßnahmen auswählen, welche die Regierung sofort in Angriff nehmen soll. Dabei konnten sie mehrere Maßnahmen nennen, die ihnen wichtig sind.

Das Ergebnis: Neun von zehn Bundesbürgern wollen einen stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energien. 86 Prozent wünschen, dass die industriellen CO2-Emissionen deutlich gesenkt werden. Gegen die Stromerzeugung mit Braunkohle entschieden sich 54 Prozent. Verlängerte Laufzeiten für Atomkraftkraftwerke finden auch angesichts des Klimawandels keine Mehrheit: 53 Prozent lehnen eine solche Forderung ab.

Die Besteuerung von Flugbenzin befürworten 61 Prozent. 63 Prozent würden in den nächsten Jahren auch selber auf Flugreisen verzichten oder ziehen dies zumindest in Erwägung. Deutlich höhere Steuern für Autos mit hohem Spritverbrauch finden Zustimmung bei 56 Prozent der Bundesbürger. Auch für ein generelles Tempolimit von 120 Stundenkilometern sprechen sich immerhin noch 47 Prozent aus.

Erfreuliche 72 Prozent der Deutschen wären auch bereit, auf ein kleineres, sparsames Auto umzusteigen, davon 43 Prozent auf jeden Fall und 29 Prozent möglicherweise. Das Auto ganz abzuschaffen, fällt allerdings nicht so leicht. Diese Frage beantworten nur noch sechs Prozent der 1002 befragten Bundesbürger mit einem klaren ja.

Das neue Greenpeace Magazin setzt Politik und Wirtschaft unter Druck, mit dem Klimaschutz endlich Ernst zu machen – und bietet viele Mitmachaktionen für engagierte Leserinnen und Leser. Das Heft mit dem 10-Punkte-Plan für Deutschland zur Senkung der CO2-Emissionen erscheint am 23. Februar und ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich oder unter Tel. 040 / 80 81 280 80 zu bestellen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Hambacher Forst in der Krise

Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In der Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten.

Mehr zum Thema

Urwaldschutz - geht doch!

Russland stellt einen der letzten Urwälder Europas unter Schutz. Ein Erfolg, für den Greenpeace-Russland jahrzehntelang gekämpft hat.

Kein Geschäft mit Verbrechern

Der Regenwald steht in Flammen. Trotzdem will Deutschland seine Geschäfte mit Brasilien ausbauen. Zum Treffen mit Umweltminister Salles fordert Greenpeace: Mercosur aussetzen!

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.