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Elektroautos - ganz und gar nicht CO2-frei

Kooperationen der Autoindustrie mit Energiekonzernen scheinen in Mode zu kommen. Nach Mercedes und RWE haben am Dienstag nun BMW und Vattenfall in Berlin ein Elektroauto vorgeführt. Greenpeace-Aktivisten protestierten gegen die Augenwischerei. Sie dekorierten einen Mini und einen Smart zu Klimaschweinen um. Elektroautos verlagern den Ort des CO2-Ausstoßes lediglich auf die Kraftwerke.

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Die jetzigen Elektro-Feldversuche der Autoindustrie sind lediglich Pseudo-Klimaschutzprogramme, um ihr Image aufzupolieren. Wer ernsthaft Klimaschutz betreiben will, kann nicht mit Energiekonzernen wie Vattenfall und RWE kooperieren, die sich dem Klimaschutz konsequent verweigern und weiterhin klimaschädliche Kohlekraftwerke bauen, sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace.

Elektroautos fahren nur scheinbar emissionsfrei. Ein mit Vattenfall-Strom betriebener Mini sorgt für einen CO2-Ausstoß von umgerechnet 133,5 Gramm CO2 pro Kilometer. Greenpeace fordert von der Automobilindustrie, vor allem die aktuellen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umweltfreundlicher zu gestalten.

Die Autoindustrie muss leichtere Autos bauen, die Verbräuche und Emissionen senken und ebenso die Übermotorisierung drosseln. Das gilt für die bestehenden Modelle genauso wie für Elektroautos, so Specowius.

Nach Angaben von BMW verbraucht der Elektro-Mini 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Rechnet man dieses auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde von Vattenfall um, so ergeben sich für den Mini rund 133,5 Gramm CO2 pro Kilometer.

Der Elektro-Smart von Daimler hat mit RWE-Strom sogar einen höheren CO2-Ausstoß als das gleiche, aber mit Diesel betankte Modell. Der CO2 Ausstoß des Elektro-Smarts liegt bei 90 Gramm und der eines dieselbetriebenen Smarts bei 88 Gramm pro Kilometer.

Neben Kohlekraftwerken stammt der Strom aber auch aus Atomkraftwerken. So wird mit jedem Kilometer nicht nur CO2 freigesetzt, sondern auch Atommüll produziert, der für zigtausende Jahre strahlt. Kohle- und Atomstrom machen die angeblich sauberen Elektroautos zu Dreckschleudern.

Elektroantriebe können nur dann als Alternative zum Verbrennungsmotor gelten, wenn der Strom aus Erneuerbaren Energiequellen kommt. Greenpeace fordert, Elektrofahrzeuge in Zukunft mit einem CO2-Label zu kennzeichnen. Dieses Label gibt Auskunft über den CO2-Ausstoß, der bei der Stromerzeugung für das jeweilige Fahrzeug verursacht wird. Nur so bleibt eine Vergleichbarkeit zu Verbrennungsmotoren möglich.

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