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Die Briten statuieren ein Exempel

Großbritannien macht Ernst mit dem Klimaschutz. Der Kohlendioxidausstoß auf der britischen Insel soll nach dem Willen der Blair-Regierung per Gesetz reduziert werden: bis 2020 um rund 30 Prozent, bis 2050 um mindestens 60 Prozent. Die Regierung muss dem Parlament über das Erreichen der Ziele Rechenschaft ablegen. Die Einhaltung der Vorgaben kann per Gerichtsbeschluss durchgesetzt werden.

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Der Gesetzentwurf, den die Blair-Regierung am Dienstag vorlegte, sieht auch Maßnahmen zum Energiesparen vor. So will die britische Regierung die Wärmedämmung von Gebäuden fördern, die herkömmliche Glühbirne durch Energiesparlampen ersetzen lassen und sich auf EU-Ebene für ein Verbot von Standby-Schaltungen einsetzen.

Der Emissionshandel soll auf weitere Wirtschaftsbereiche ausgedehnt werden, unter anderem sind Supermärkte und kommunale Behörden genannt. Die Ressortminister erhalten ein limitiertes CO2-Budget. Wie viel CO2 sie welchem Wirtschaftsbereich zuteilen, entscheiden sie selber. Auch für die Bürgerinnen und Bürger der Insel soll der Weg zur Teilnahme am Emissionshandel prinzipiell offen sein.

Mit ihrem Vorstoß übernimmt die britische Regierung eine Vorreiterrolle. Bislang war kein Land der Welt bereit, sich im Alleingang und per Gesetz zu vergleichbar ehrgeizigen Zielen zu verpflichten. Das verdient Anerkennung. Allerdings sind die Ziele - 26 bis 32 Prozent bis 2020 und 60 Prozent bis 2050 - noch zu niedrig gesteckt.

Und es gibt einen großen Wermutstropfen: Großbritannien will zwar in Erneuerbare Energien investieren und diese weiter ausbauen. Aber es will auch neue Atomkraftwerke bauen. Damit werden gigantische Summen in eine Risikotechnologie fließen, die sich längst selbst überlebt hat und zudem das Klima nicht retten kann.

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