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Die Bonner Klimaverhandlungen gehen den Bach runter

Die Klimaverhandlungen in Bonn stecken fest. Die US-Delegation will sich nach Beobachtung von Greenpeace nicht zu einer nennenswerten Verringerung ihres Kohlendioxidausstoßes verpflichten. Die EU wiederum macht keine ausreichenden finanziellen Zusagen für internationale Klimaschutzprojekte.

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Die Bonner Klimaverhandlungen gehen gerade den Bach runter. Die Ziele werden auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ausgerichtet, sagt Klimaexperte Karsten Smid von Greenpeace. Smid ist als Beobachter in Bonn dabei.

Die USA rechnen derzeit in Bonn ihre Reduktionsziele schön und behaupten, ihre geplante Verringerung der Treibhausgase sei ähnlich ambitioniert wie die Ziele der Europäer. Tatsächlich würden die USA mit ihren Plänen den Ausstoß bis zum Jahr 2020 nur auf den Stand von 1990 zurückfahren. Die EU will dagegen 30 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als 1990.

Am Donnerstagabend trifft Barack Obama zu einem Kurzbesuch in Dresden ein. Greenpeace fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Klimaverhandlungen in Bonn zum Topthema ihrer Gespräche mit dem US-Präsidenten zu machen.

Ob die Verhandlungen in Bonn doch noch erfolgreich verlaufen, ob die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen den Klimaschutz voranbringt - es liegt in der Hand der USA und der EU. Auch die Europäische Union muss sich bewegen. Ohne finanzielle Zusagen der reichen Industrienationen werden die Entwicklungsländer nicht mitziehen, dann wird es in Kopenhagen kein Klimaabkommen geben.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die reichen Industrienationen den Ärmsten der Armen finanziell unter die Arme greifen. Nach Berechnungen von Greenpeace sind von deutscher Seite mindestens sieben Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen, Urwaldschutz und Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern notwendig. Greenpeace erwartet von Bundeskanzlerin Merkel konkrete finanzielle Zusagen.

Die Staatschefs müssen sich eindeutig zur Verantwortung beim Klimaschutz bekennen. Die USA und die EU dürfen den Klimaschutz nicht scheitern lassen, fordert Smid. Deutschland als wichtiges Industrieland in Europa und die USA müssen gemeinsam entschlossen gegen die Bedrohung des Klimawandels vorgehen.

Einen wichtigen Weg zum Klimaschutz weist das Greenpeace-Energieszenario für die USA Energy Revolution. Es zeigt Alternativen im Stromsektor auf und kommt zu dem Schluss, dass es bei der Windkraft in den USA große unerschlossene Potenziale gibt, die sich günstig erschließen lassen.

Es mangelt weder an klimafreundlichen Technologien noch an innovativen Ideen. Es fehlt der politische Wille, konstatiert Smid.

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