Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Die australische Anti-Kyoto-Front bröckelt

In zwei offiziellen Studien für die australische Regierung kommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Wirtschaft des Landes von der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls profitieren würde. Ministerpräsident Howard lehnt bisher eine Ratifizierung ab mit der Begründung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt würden darunter leiden.

Die Entscheidung, das Kyoto-Protokoll nicht zu ratifizieren, beruhte zunächst auf Vorarbeiten des Australischen Büros für Agrar- und Ressourcenökonomie (ABARE). Das Büro kam in Misskredit, als bekannt wurde, dass es große Summen von der Erdölindustrie angenommen hatte. Daraufhin wurde das Unternehmen Allen Consulting beauftragt und legte einen Bericht vor, in dem große wirtschaftliche Schäden für Australien bei Unterzeichnung von Kyoto vorausgesagt wurden. Die Zusammenarbeit endete, als Hauptautor Jon Stanford im vergangenen Jahr verkündete, er habe seine Meinung geändert.

Die Regierung in Canberra wandte sich nun an den angesehenen Ökonomen und Kyoto-Gegner Warwick McKibbin, um die eigene Position zu untermauern. Im April legte er seine Ergebnisse der Regierung vor, die sie aber bis jetzt nicht veröffentlichte: Denn McKibbin kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorteile einer Ratifizierung langfristig größer wären als die Nachteile. In ihrer Not beauftragte die australische Regierung wiederum ABARE, die aber die Ergebnisse von McKibbin bestätigten. Mittlerweile haben 270 australische Wirtschaftswissenschaftler die Regierung aufgefordert, das Kyoto-Protokoll umgehend zu unterzeichnen. Verbündete gegen Kyoto zu finden, wird immer schwieriger.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Alle Jahre wieder

Zum zehnten Mal lädt Bundeskanzlerin Merkel zum Petersberger Klimadialog. Greenpeace-Aktivisten fordern am Rand der Veranstaltung, dass sie Worten endlich Taten folgen lässt.

Noch mehr Klimakläger

Drei Bauernfamilien verklagen die Bundesregierung, denn der Klimawandel gefährdet ihre Existenz, und die Politik tut zu wenig. Dem schließen sich jetzt 213 Beigeladene an.

Butter bei die Fische

Die Kohlekommission hat den Ausstieg aus der Kohle vorgegeben. Jetzt muss ein Gesetz her, das diesen regelt. Da die Politik zögert, stellen Umweltverbände heute einen Entwurf vor.