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UN-Klimakonferenz in Katar

Deutschland und die EU müssen vorangehen

In Doha, der Hauptstadt von Katar, findet die 18. UN-Klimakonferenz (COP18) statt. Greenpeace fordert Kanzlerin Merkel auf ihre Zurückhaltung beim internationalen Klimaschutz aufzugeben. Nur mit klaren Zielen und einer richtungweisenden Rolle Europas kann der Klimawandel bekämpft werden.

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Bundeskanzlerin Merkel hat den internationalen Klimaschutz in den letzten Jahren nur verwaltet, aber nicht gestaltet sagt Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik bei Greenpeace. Ihr klimapolitischer Dornröschenschlaf muss jetzt ein Ende finden. Der bevorstehende Gipfel in Katar könnte den Wendepunkt in der europäischen Klimapolitik markieren.

Die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad kann in diesem Jahrhundert nur noch mit einem drastischen Richtungswechsel in der Klimapolitik aller Länder erreicht werden. Das geht auch aus den kürzlich erschienenen Berichten der Vereinten Nationen und der Weltbank hervor.

Am 26. November startet die zweiwöchige UN-Klimakonferenz in Doha, Katar. Ein denkwürdiger Standort für das Abhalten einer Klimakonferenz. Katar ist nicht gerade als Klimaschützer bekannt. Die Pro-Kopf-Emissionen in Katar sind dreimal höher als in den USA und damit die höchsten der Welt.

Merkel muss sich durchsetzten damit die EU ihr Klimaziel für 2020 erhöht

Insgesamt ist Europa der drittgrößte Verursacher von klimaschädlichen CO2-Emissionen - Platz eins und zwei besetzten China und die USA. Europa trägt deshalb eine besondere Verantwortung bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Die EU hat ihr Klimaziel bis 2020 erreicht. Doch sie ist nicht bereit dieses zu erhöhen. Aus diesem Grund erwartet Greenpeace von Kanzlerin Merkel ihren Einfluss bei der Europäischen Union zu nutzen - insbesondere bei der UN-Klimakonferenz.

Verlängerung des Kyoto-Protokolls - was wird aus den Emissionszertifikaten?

Die EU muss sich in Katar dafür einsetzen, dass Schlupflöcher im Kyoto-Protokoll geschlossen werden, fordert Kaiser.

Auf dem UN-Klimagipfel soll die Verlängerung des Kyoto-Protokolls beschlossen werden, das Ende 2012 ausläuft. Aus der ersten Vertragsperiode 2008 bis 2012 sind noch ungenutzte Emissionszertifikate in der Größenordnung von 13 Milliarden Tonnen CO2 im Umlauf. Die Zertifikate berechtigen zum Ausstoß dieser enormen Menge und müssen deshalb als ungültig erklärt werden.

13 Milliarden Tonnen CO2 entsprechen etwa 40 Prozent des weltweiten Jahresausstoßes. Das Kyoto-Protokoll würde massiv geschwächt werden, wenn die Emissionszertifikate gültig blieben. Da Deutschland das Klimaziel hat, die Emissionen im Verhältnis zu 1990 um 40 Prozent zu senken, würde das bedeuten, dass ihr Ziel nicht erreicht werden kann. Selbiges gilt für das schwache EU-Klimaziel.

Entwicklungs- und Schwellenländer müssen beim Klimaschutz unterstützt werden

Ein weiterer Schwerpunkt der Verhandlungen ist die finanzielle Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel ist es ihnen zu helfen, eine klimafreundliche Energieversorgung aufzubauen, die Entwaldung zu stoppen und sich gegen die Flogen des Klimawandels rüsten zu können. Doch die EU-Finanzminister lehnten Mitte November eine Erhöhung der Klimafinanzierung ab.

Wenn die Kanzlerin sich für den Klimaschutz so engagieren würde wie für die Rettung der Banken, könnte Europa in Katar eine Führungsrolle einnehmen und von Blockiererländern wie USA und China viel mehr einfordern, stellt Kaiser fest. Greenpeace erwartet von der EU und Deutschland klare finanzielle Zusagen, vor allem für die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Staaten.

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