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Berliner Klimakonferenz beendet

In Berlin ist am Dienstag die zweitägige Klimakonferenz von 20 Industrie- und Entwicklungsländern zu Ende gegangen. Das Ministertreffen im Rahmen des Gleneagles-Dialoges über Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung ist eines von vielen Treffen, die als Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember stattfinden. Auf der indonesischen Insel soll dann über ein Nachfolgeabkommen zu dem 2012 auslaufenden Kyoto-Klimaprotokoll verhandelt werden. Unser Klimaexperte Karsten Smid kommentiert die Ergebnisse der Berliner Konferenz.

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Die Bereitschaft ist deutlicher geworden, in Bali mit Verhandlungen für den Klimaschutz nach 2012 zu beginnen. Das ist positiv. Die USA stehen mit ihrer Klimainitiative, die sich gegen das Kyoto-Abkommen richtet, isoliert da. Auch das ist positiv, sagt Smid. Zugleich wird aber auch offenbar, dass sich die bisherigen Verhandlungen an Zielen orientieren, die vollkommen unzureichend sind und die Zerstörung des Klimas nicht abwenden können. Es wird keine echten Fortschritte geben beim internationalen Klimaschutz, wenn die Industrieländer nicht selbst voran gehen. Das zeigt auch diese Konferenz wieder.

Es mangele an glaubwürdiger Klimaschutzpolitik der Industrieländer. Smid weiter: Länder wie China und Indien lassen sich nicht durch Reden auf Konferenzen überzeugen, sondern nur durch eine vorbildliche Politik der größten Verursacher des Klimawandels. Positiv zu vermelden ist, dass die Industrieländer einen neuen Fonds einrichten wollen, mit dem Klimaschutzprojekte und Urwaldschutz in Entwicklungsländern finanziert werden sollen.

Die Industrieländer müssen ihre Zusagen aus dem Kyoto-Protokoll einhalten und ihren CO2-Ausstoß verringern, fordert Smid. Und sie müssen sich auf der Klimakonferenz in Bali stark engagieren für ein Nachfolgeabkommen mit ehrgeizigen Zielen zur weiteren Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes. Wenn sich diese Einsicht unter den Industrieländern in den nächsten Wochen nicht durchsetzt, dann werden sie nicht nur Glaubwürdigkeit verlieren, sondern auch die Chancen für den internationalen Klimaschutz verspielen.

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