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Autohersteller ausbremsen

Gemeinsam mit acht anderen großen Umweltverbänden ruft Greenpeace die deutsche Autoindustrie auf, ihre Klage gegen schärfere Abgasnormen im US-Bundesstaat Kalifornien zurückzuziehen. Mit einem Gesetz will die kalifornische Regierung die Treibhausgasemissionen von Neuwagen ab 2009 begrenzen. Damit soll der Kohlendioxidausstoß neu zugelassener PKW bis 2016 um 30 Prozent reduziert werden.

Gegen diese Regulierung haben die deutschen Hersteller BMW, DaimlerChrysler, Porsche und Volkswagen geklagt. In einem Brief an die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen fordern BUND, Deutsche Umwelthilfe, Forum Umwelt und Entwicklung, Germanwatch, Greenpeace, NABU, ROBIN WOOD, Verkehrsclub Deutschland und WWF umweltverträglichere

Autos zu produzieren, anstatt vor Gericht gegen Klimaschutzgesetze zu klagen.

Die Aktion der deutschen Autohersteller ist heuchlerisch, sagt Günter Hubmann, Verkehrsexperte bei Greenpeace. Sie präsentieren bunte Broschüren darüber, wie umweltfreundlich ihre Fahrzeuge angeblich sind. Weil ihre Spritfresser aber nicht in der Lage sind, die strengeren Abgasnormen Kaliforniens einzuhalten, versuchen sie auf gerichtlichem Wege die neue Norm zu verwässern.

Parallelen zur Diskussion um die Einführung des 3-Wege-Katalysators in den 1980er Jahren drängen sich auf. Damals lieferte die Industrie bereits problemlos Katalysator-Fahrzeuge in die USA, wo sie bereits vorgeschrieben waren, klagte hier aber laut, dass die bindende Einführung einen gravierenden Standortnachteil bedeute. Dieselben Unternehmen, die jetzt klagen, haben sich auf EU-Ebene verpflichtet, bis 2008 bei Neuwagen die Kohlendioxidemissionen auf maximal 140 Gramm pro gefahrenem Kilometer zu reduzieren. Nur: Dabei handelt es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung, die die Industrie offenbar ohnehin nicht vorhat umzusetzen.

Die Umweltverbände rufen dazu auf, die Autohersteller als Klimasünder auszubremsen.

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