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Greenpeace-Aktivisten mobilisieren Politiker für den Klimaschutz

Auf dem Weg nach Kopenhagen

Der Weg zum Klimagipfel in Kopenhagen ist anstrengend, es gibt immer wieder Rückschläge und nicht immer scheint allen das Ziel klar zu sein. Es ist daher immer noch offen, ob der UN-Gipfel im Dezember auch zum gewünschten Erfolg für den Klimaschutz führen wird. Jeden Tag ein Stück voran geht es dagegen beim Klima-Protestmarsch ehrenamtlicher Greenpeace-Aktivisten. Nach vier Wochen auf der Straße haben sie zu Fuß ein gutes Drittel der Strecke von 2000 Kilometern zurückgelegt. Auf ihrer Reise von Konstanz in die dänische Hauptstadt treffen sie dabei täglich auf Menschen, die sie bei ihrem Vorhaben in vielfältiger Form unterstützen.

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Ein Korb Äpfel, ein kostenloses Nachtquartier oder eine helfende Hand, um den fast 500 Kilo schweren Materialwagen zu ziehen - von allen Seiten erhalten die Greenpeace-Aktivisten Hilfe auf ihrem Marsch gegen den Klimawandel. Und ihr Gepäck wird jeden Tag ein wenig leichter. Denn auf dem Weg durch Deutschland treffen sie Bürgermeister und Abgeordnete, denen sie als Symbol für den Klimagipfel Baumsetzlinge und eines der 2000 individuell bemalten Modelle der Kopenhagener Kleinen Meerjungfrau überreichen.

Wir wollen mit unserem Lauf die Menschen wachrütteln, sagt Achim Gresser, Sprecher der Aktivisten. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen wird über die Zukunft unserer Erde entschieden und trotzdem kommen die politischen Verhandlungen nicht vom Fleck.

Umso mehr freuen sich die Greenpeacer über die positiven Reaktionen der Politiker, die sie bisher getroffen haben und mit denen sie über ihre Verantwortung für den Klima- und Urwaldschutz gesprochen haben. Zu ihren Gesprächspartnern gehörten bisher die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages Katrin Göring-Eckhardt, die Bundestagsabgeordneten Fell, Lange und Riegert, der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, die Bürgermeister von Konstanz, Hammelburg, Schwäbisch Hall und viele mehr. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit versprachen sie, Protestbriefe für den Klimaschutz an Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterzuleiten. Viele waren empört, dass die Kanzlerin auf die bisher verschickten 10.000 Briefe noch nicht geantwortet hat.

Die Route der Aktivisten verläuft unter anderem entlang von Nationalparks und anderen ökologisch wertvollen Waldgebieten in Deutschland. Darunter sind der Steigerwald, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die Bevölkerung ist eingeladen mitzuwandern oder sich im Internet an Protestaktionen zu beteiligen. Aktuelle Informationen zur Tour gibt es unter: www.urwaldpostamt.de

Damit der Klimagipfel in Kopenhagen ein Erfolg werden kann, müssen die reichen Industrienationen die Entwicklungsländer beim Schutz des Klimas unterstützen. Greenpeace fordert von den Industrieländern, jährlich 110 Milliarden Euro für den Urwald- und Klimaschutz bereitzustellen. Für Deutschland bedeutet dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro. Zudem müssen die Industrienationen ihren CO2-Ausstoß um mindestens 40 Prozent bis 2020 verringern.

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