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Arche Noah - Mahnung und Hoffnung

Dogubayazit in Ostanatolien ist eigentlich kein Ort, der an Schiffsbau denken lässt. Doch seit dem 1. Mai stellen türkische und deutsche Tischler dort, am Fuß des Ararat, Schiffsplanken her. Weit oben am Berg, in 2500 Meter Höhe, entsteht derweil ein Fundament. Denn dort soll aus den Einzelteilen ein Schiff entstehen - eine neue Arche Noah. Greenpeace baut die Arche als Mahnung zum Handeln, bevor die Klimaerwärmung unkontrollierbar wird.

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Die Aktion ist an die Geschichte der Sintflut angelehnt. Das Schiff soll kurz vor dem G8-Gipfel die Staatschefs aller Länder daran erinnern, dass der Menschheit nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Klimakatastrophe abzuwenden.

Wenn wir weitermachen wie bisher, kann die globale Erwärmung zu einem Anstieg des Meeresspiegels um etliche Meter führen. Küstenregionen sind gefährdet, es droht eine Zunahme von Sturmfluten und Dürreperioden. Die Folge sind Trinkwassermangel, Ausbreitung von Krankheiten und Artensterben, so die UN-Klimaexperten in ihren neuen IPCC-Berichten.

Ab dem 12. Mai werden am Fuß des Ararat alle Holzteile auf Pferde verladen. Am 14. Mai soll die Karawane am eigentlichen Bauplatz ankommen, bis zum 24. Mai die Grundkonstruktion der Arche fertig sein. Das Schiff wird so gebaut, dass es später als Berghütte genutzt werden kann.

Mit einer Gipfeltour von Greenpeace-Bergsteigern geht es weiter. Am 30. Mai wollen sie dort oben, in knapp 5200 Meter Höhe, eine Fahne der Vereinten Nationen hissen. Sie zeigt die Flaggen aller Nationen der Welt.

Am 31. Mai schließlich wird in einer feierlichen Zeremonie der letzte Nagel eingeschlagen. Greenpeace übergibt die neue Arche Noah der Öffentlichkeit. Eine Mahnung, aber auch ein Symbol der Hoffnung. Denn noch ist es nicht zu spät.

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