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UN-Klimakonferenz bislang ohne dringend nötige Ergebnisse

Klimakonferenz: Erneuter Protest in Warschau

An Warschaus Wahrzeichen, dem Kulturpalast, haben Greenpeace-Aktivisten heute für ernsthaften Klimaschutz und einen Freispruch der Arctic 30 demonstriert. An dem 231 Meter hohen Gebäude hängten die Umweltschützer ein Banner mit dem Spruch "Save The Arctic! Free Our Activists!".

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In Warschau finden derzeit die UN-Klimaverhandlungen statt, die bislang keine der nötigen Hilfen für die Opfer des Klimawandels wie die Menschen auf den Philippinen geliefert hat. "Der Taifun Hayan hat die Welt erinnert, dass wir jetzt handeln müssen. Aber die Regierungen von Australien, Japan, Polen oder Kanada gehorchen stattdessen den Energiekonzernen. Die Öl- und Kohlelobby lassen bei den Klimaverhandlungen ihre Interessen durchsetzen. Gleichzeitig drohen Klimarettern wie den Arctic 30 noch immer Jahre im Gefängnis, weil sie friedlich für den Schutz der Arktis demonstriert haben", sagt Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International.

"Die Regierungen hier können sich nicht einmal auf einen Zeitplan einigen, wie und wann die Klimaschutzanstrengungen verstärkt und ihre Finanzierung gesichert werden kann. Deshalb werden wir in Zukunft mehr Proteste von einfachen Bürgern sehen, die genug davon haben, dass gewählte Politiker wie Marionetten der fossilen Energielobby handeln", so Naidoo weiter.

Australien und Japan nehmen zugesagte Ziele zurück

Der Protest kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Klimaverhandlungen in einer Sackgasse stecken. Die Industrienationen stellen nicht die nötigen Gelder bereit, um Klimaschäden, Maßnahmen gegen den Klimawandel und den Schwenk hin zu Erneuerbaren Energien zu finanzieren. Zuletzt haben Australien und Japan bereits zugesagte Klimaschutzziele wieder kassiert. Polen und große Wachstumsländer blockieren einen verbindlichen Fahrplan hin zu einem neuen Klimaschutzvertrag. "Was dieser ganze Prozess dringend braucht, ist ein Land, das entschlossen voran geht. Die Europäische Union oder China sollten diese Rolle übernehmen, aber sie verweigern die Verantwortung", so Martin Kaiser, Leiter der internationalen Klimapolitik von Greenpeace.

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