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Verqualmtes Zarenwetter

Anfang September litt Moskau unter rund 190 außer Kontrolle geratenen Bränden in der Umgebung. Über 4.000 Feuerwehrleute wurden eingesetzt und bekamen nur schwache Unterstützung durch leichten Regen. Zeitweise war der Qualm in der russischen Hauptstadt so stark, dass nicht einmal die Löschflugzeuge starten konnten. Den Bewohnern der Stadt wurde empfohlen, in geschlossenen Gebäuden zu bleiben und zusätzlich die Tür- und Fensterritzen mit feuchten Tüchern abzudichten.

Besonders unangenehm waren die schwelenden Torfbrände. Durch die Feuchte des Bodens entsteht dabei starker Rauch. Den beißenden Geruch der Schwaden konnten sogar die Schweden jenseits der Ostsee wahrnehmen. Zahlreiche besorgte Bürger riefen dort die Feuerwehr an, weil sie die Brandherde in ihrer Umgebung vermuteten.

Zuletzt gab es Brände dieser Größenordnung in der Region um Moskau 1972. Allerdings beschränkte sich die Krise diesmal nicht auf die Hauptstadt. In anderen Regionen wie Sibirien oder Kamtschatka brannten 110.000 Hektar Wald. Seit Jahresbeginn wurden in Russland mehr als 33.000 Brände gezählt, die eine Million Hektar Wald vernichteten.

In einigen Landkreisen um Moskau rief der Gouverneur Katastrophenalarm aus, mehrere Dörfer wurden bereits von den Flammen zerstört. Der Moskauer Bürgermeister, Jurij Lischkow, sagte hingegen, er sehe nichts Außergewöhnliches in der jetzigen Lage. Am letzten Wochenende veranlasste er gar, dass Flugzeuge unter Einsatz von Chemikalien die hilfreichen Regenwolken über Moskau wieder auflösten. Für die Geburtstagsfeier der Stadt wollte er garantiert regenfreies Zarenwetter.

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