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Klimawissenschaftler erfoschen Einfluss von Meeresströmungen auf die Gletscherschmelze

Subtropisches Wasser schmilzt grönländische Gletscher

Neueste Messungen von Greenpeace und Klimaforschern zeigen, dass subtropisches warmes Wasser das ganze Jahr über in arktische Fjorde eindringt. Dadurch schmelzen die Gletscher schneller. Wie schnell sie in Grönland schmelzen, ist eine der großen Unbekannten beim Berechnen des zukünftigen Meeresspiegels. 

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Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen uns dasselbe warme Wasser aus subtropischen Regionen, das wir auch schon im letzten Jahr gefunden haben. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Temperaturen sogar noch um circa ein Grad wärmer, sagt die Ozeanographin Dr. Fiamma Straneo vom Woods Hole Oceanographic Institut.

Bereits im vorigen Jahr hatten Klimaforscher verschiedener Universitäten und Institute bei einer Greenpeace-Expedition subtropische Strömungen in der Arktis nachgewiesen. Doch es hätte sich dabei noch um eine Ausnahme handeln können. Mit den im letzten Jahr installierten Messbojen haben die Forscher jetzt die Strömungen ein ganzes Jahr lang beobachtet. Sie stellen fest: Der Klimawandel hat die Meeresströmungen verändert. Subtropisches Wasser strömt jetzt ganzjährig in Richtung Arktis. Es führt damit den Gletschern zusätzliche Wärme zu, wo sie auf die Fjorde treffen.

Klimawandel in der Arktis stark zu spüren

Was hier passiert, geht uns alle an, sagt Dr. Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. Jeder Eisberg, der hier ins Wasser fällt, wirkt sich direkt auf den Meeresspiegel aus. Bei den schmelzenden Gletschern handelt es sich um Eis, das größtenteils auf dem Land liegt. Wenn es schmilzt und ins Meer fließt, steigt daher die Wassermenge in den Ozeanen. Die bisherigen Prognosen des Weltklimarates zum Meeresspiegelanstieg berücksichtigen den Effekt von Meeresströmungen auf die Gletscherschmelze noch nicht.

In der Arktis, einer der letzten noch fast unberührten Regionen der Welt, ist der Klimawandel besonders stark zu spüren. Zusätzlich bedrohen internationale Konzerne das empfindliche Ökosystem. Je wärmer und damit eisfreier die Arktis wird, desto attraktiver wird es für Unternehmen, dort Rohstoffe zu fördern - insbesondere Gas und Öl. Die Verbrennung von Öl ist eine wichtige Ursache des Klimawandels und die Ölgewinnung selbst birgt große Gefahren - wie die Ölunglücke der letzten Wochen zeigen. Vor einer Woche protestierten deshalb Greenpeace-Aktivisten auf einer Bohrplattform auf Grönlands Westseite gegen Öl-Probebohrungen.

Um die katastrophalen Folgen des Klimawandels aufzuhalten, ist es wichtig, den Druck auf die Politik für ein verbindliches internationales Klimaabkommen aufrechtzuerhalten, stellt Iris Menn fest. Greenpeace fordert von den Industrienationen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen.

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