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Schwimm oder stirb - Klimapolitik paradox

Rette sich wer kann - und wer nicht kann, hat Pech gehabt. So lässt sich die Politik der reichsten Länder dieser Welt in Worte fassen, wenn es um die Klimaerwärmung geht. Auf der Klimaschutzkonferenz in Buenos Aires haben Greenpeace und die New Economics Foundation am Freitag eine Studie vorgestellt, die diese Politik belegt.

Cast Adrift heißt der Report, der die steigenden Kosten für notwendige Anpassungen an den Klimawandel aufzeigt. Untertitel: Wie die Reichen die Armen in einer sich erwärmenden Welt untergehen lassen.

Es geht um Milliarden - Dollar, Euro, Menschen. Während die Industriestaaten bereits Unsummen ausgeben, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen, bleiben die Entwicklungsländer auf der Strecke. Sie tragen am wenigsten zu den Treibhausgas-Emissionen bei, sind aber die Hauptleidtragenden der Entwicklung. Geld für Schutzmaßnahmen haben sie keines.

Insgesamt armselige 0,41 Milliarden haben die Industrienationen den armen Ländern zusätzlich für Schutzmaßnahmen versprochen. Zum Vergleich: Allein der Küstenschutz in Tansania würde nach Schätzungen des US-Global Change Resource Centre bei einem Meeresanstieg von einem Meter rund 14,6 Milliarden US-Dollar kosten.

Die Moral von der Geschicht': Wer hat, der gibt - nicht.

Die Heuchelei der Industriestaaten hier ist erbärmlich, sagte Greenpeace-Sprecherin Athena Ronquillo am Freitag vor Ort in Buenos Aires. Frankreich gibt schon nach einer einzigen Hitzewelle fast das Doppelte der versprochenen Summe für den eigenen Gesundheitsdienst aus.

Gleichzeitig subventionieren die reichen Staaten letzten Schätzungen zufolge ihre klimaschädlichen, Öl und Kohle verarbeitenden Industrien mit derzeit rund 73 Milliarden US-Dollar im Jahr. Klimapolitik paradox.

Andrew Simms von der New Economics Foundation cvergleicht die Industrieländer mit konfusen Feuerwehrleuten: Mit einer Hand wollen sie die Flammen der Klimaerwärmung zurückhalten, mit der anderen gießen sie Öl ins Feuer.

Greenpeace und die Foundation fordern die hauptverantwortlichen Staaten auf, ihrer rechtlichen und moralischen Verpflichtung nachzukommen. Bis eine zuverlässige erste Einschätzung der Kosten vorliege, sollten sie den Entwicklungsländern wenigstens genauso viel überweisen wie sie ihren heimischen Luftverschmutzern zustecken: 73 Milliarden US-Dollar.

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