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Klimaschutz ist Menschenschutz

2007 veröffentlichte Greenpeace eine Studie zur Sitution der Klimaflüchtlinge. In den nächsten 30 Jahren werden demnach 200 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, weil ihre Lebensbedingungen durch den Klimawandel immer schlechter werden. Der aktuelle Blue-Alert-Report von Greenpeace Indien unterstreicht nun die Brisanz dieses Themas.

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Der Report wurde vom Indian Institute of Technology in Madras im Auftrag von Greenpeace verfasst. Er zeigt auf, dass 125 Millionen Menschen allein an den Küstenregionen Indiens und Bangladeshs durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Der Anstieg des Meeresspiegels wird durch das Schmelzen der Polkappen - bedingt durch die Klimaerwärmung - hervorgerufen.

Bedroht sind davon jedoch nicht nur Regionen Indiens. Weltweit stehen Menschen in Küstenregionen demselben Problem gegenüber. Besonders hart trifft es Staaten, die zu arm sind, um effizienten Hochwasserschutz zu betreiben. Nicht jeder Staat kann wie Hamburg 600 Millionen Euro allein für Deichschutzmaßnahmen aufbringen.

Der Anstieg des Meeresspiegels ist aber nicht die einzige Ursache für die zukünftig steigende Anzahl von Klimaflüchtlingen. Auch überdurchschnittlich lange Dürreperrioden oder das Abschmelzen von Gletschern zwingt Menschen zur Flucht.

Ein Beispiel dafür ist die peruanische Hauptstadt Lima. Die gesamte Trinkwasserversorgung wird durch den Zufluss von Gletscherwasser gewährleistet. Schmilzt der Gletscher zu schnell ab, versiegt das Trinkwasser einer Metropole mit über sechs Millionen Einwohnern.

Stark vom Klimawandel betroffen sind vor allem naturverbunden lebende Bevölkerungsgruppen. Wer direkt von der Natur und ihren Ressourcen lebt, bekommt die Auswirkungen des Klimawandels am ehesten zu spüren. Gerade die ärmere, auf Subsistenzwirtschaft angewiesene Bevölkerung wird so zur Flucht gezwungen.

Die Armen dieser Welt sind somit doppelt betroffen. Sie spüren die Auswirkungen als Erste und können aus Mangel an Finanzmitteln keine Anpassungsmaßnahmen vornehmen.

Hier sind die Industrieländer gefragt. Als größte CO2-Produzenten sind sie in der moralischen Pflicht, den Entwicklungsländern zur Seite zu stehen. Wer den Klimawandel fördert, muss auch für dessen Auswirkungen geradestehen, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Dazu gehöre zum einen die Unterstützung durch Finanzmittel. Zum anderen müsse intensiv in den Klimaschutz investiert werden, um die Folgen des Klimawandels möglichst gering zu halten.

Wie der Klimagipfel in Bangkok aktuell zeigt, sind die Industrieländer jedoch nicht bereit, aktiv Verantwortung zu übernehmen. Weder für den Klimawandel, noch für die Klimaflüchtlinge.

Smid fordert Deutschland und die EU auf, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz zu übernehmen. Ob es um die Reduzierung der Treibhausgase oder den Urwaldschutz geht, wir sollten Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Dazu gehört auch die Unterstützung der Klimaflüchtlinge.

(Autorin: Antonia Berndt)

Publikationen

Studie: Klimaflüchtlinge

Diese Studie soll einen Überblick über den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema Klimaflüchtlinge geben. Es wird erörtert, worin sich Klimaflüchtlinge von anderen Flüchtlingsgruppen unterscheiden, mit welchen Menschenmengen tatsächlich gerechnet werden muss und wo sogenannte Hotspots von Klimaflüchtlingen - also durch Klimaerwärmung besonders bedrohte Weltregionen - liegen.

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