Die Ausbreitung der Wüsten

Dürre Zeiten

In Europa leiden bereits jetzt mehrere Regionen an Bodenverlust durch Trockenheit, besonders in Spanien. Heiße, trockene Sommer dörren den Boden aus. Die Stauseen sind fast leer, Flüsse verkümmern zu Rinnsalen, überall herrscht Wassermangel. Die Landwirtschaft muss große Einbußen hinnehmen.
  • /

Weltweit nehmen Dürreperioden zu. Das Amazonas-Gebiet, eines der wasserreichsten unserer Erde,  litt innerhalb eines halben Jahrzehnts, 2005 und 2010, gleich zweimal unter einer Jahrhundertdürre. Seitenarme des gewaltigen Flusses waren zu Rinnsalen ausgetrocknet, Fische verendeten in Massen. In Südchina waren Anfang 2007 und im Sommer 2012 Millionen Menschen wegen anhaltender Trockenheit von Trinkwassermangel bedroht. Schwere Hitzewellen suchten Indien, China, Japan und Namibia im Sommer 2013  heim. Und die USA erlebten Anfang 2014 die schwerste Dürre seit Jahrzehnten, in Kalifornien wurde der Notstand ausgerufen, das Wasser wurde knapp. In Australien stieg im Januar 2014 die Temperatur auf eine neue Rekordhöhe von über 47 Grad Celsius.

Häufigere und längere Dürreperioden führen zur Ausbreitung der Wüsten, Wissenschaftler nennen das Desertifikation. Folgt auf eine Dürreperiode ein feuchtes Jahr, dann ergrünt die scheinbar tote Wüste schnell wieder. Doch folgt ein Dürrejahr nach dem anderen, beginnt die Versteppung. Es kommt zur Wüstenbildung, ein Prozess, der sich nur sehr schwer wieder rückgängig machen lässt. In trockenen, sogenannten ariden Klimazonen sind die größten Flächen von Desertifikation bedroht. Geringe Niederschlagsmengen gekoppelt mit starker Verdunstung bilden extrem ungünstige Bedingungen. Auch Überweidung, Abholzung, sinkende Grundwasserspiegel und Auslaugung der Böden durch die Landwirtschaft begünstigen die Wüstenbildung.

Wüstenbildung in Afrika, Zentralchina, USA und in der Mittelmeerregion

Auf allen Kontinenten der Erde breiten sich die Wüsten aus. Besonders schlimm betroffen sind die Sahelzone in Afrika, der Aralsee in Usbekistan, China beispielsweise durch die Ausbreitung der Wüste Gobi, das Gebiet der Great Plains in den USA und die europäische Mittelmeerregion. Für die Bevölkerung in diesen trockenen Gebieten, die vorwiegend von der Landwirtschaft lebt, bedeutet das Wasserknappheit, Rückgang der Bodenfruchtbarkeit, Ernte- und Einkommensverluste sowie Nahrungs- und Trinkwasserknappheit. Die Menschen in Trockengebieten sind besonders verletzlich gegenüber solchen Veränderungen, weil sie oft arm sind und neben der Landwirtschaft keine anderen Einkommensquellen haben.

Die Wüstenbildung zieht eine Kette von Problemen nach sich: Hunger, Verelendung und eine Zunahme von Fluchtbewegungen. Konflikte um fruchtbare Erde und Wasser sind vorprogrammiert oder bereits im Gange. Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel könnten die Not allenfalls ein wenig lindern: ein gutes Wassermanagement zum Beispiel, Wasserreservoire für Notzeiten.

Entscheidend wird sein, das Grundübel zu bekämpfen. Der Klimawandel, verursacht durch gigantische Mengen Treibhausgase, die der Mensch tagtäglich in die Atmosphäre entlässt, muss gebremst werden. Eine weltweite Energiewende ist gefragt.

(Stand: November 2014)

Hintergrund: Für eine Welt ohne Klimachaos

Der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Menschheit. Wissenschaftler warnen, dass die globale Durchschnittstemperatur bis 2100 um bis zu sechs Grad steigen wird, wenn wir uns nicht ändern. Das Wettersystem, wie wir es heute kennen, würde kollabieren. Das müssen wir verhindern!

Weitere Downloads

Mehr zum Thema

DÜRRE BEDROHT AMAZONIEN

Es ist eigentlich eines der wasserreichsten Gebiete der Erde: das Einzugsbecken des Amazonas mit seinen zahlreichen Flüssen und dem mächtigen Amazonas-Strom. Doch die massive Rodung des...

Extreme Dürre in den USA

In großen Teilen Nordamerikas verdorren Maisfelder, trocknen die Seen und Flüsse aus und die Tiere verenden. Es ist eine extreme Dürre, wie sie Amerika seit 50 Jahren nicht mehr erlebt...